Mehr Menschen suchen nach Einschätzung der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK) wieder Hilfe bei Psychotherapeuten in der Corona-Krise. Nachdem es während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 zunächst zu einem Rückgang der Beratungen gekommen war, meldeten Psychotherapeuten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuletzt wieder mehr Beratungen, wie die OPK auf Nachfrage mitteilte. Konkrete Zahlen darüber sollen erst im April vorliegen.
Vor allem haben Kinder- und Jugendpsychologen einen Anstieg registriert: «Häufig ging es um Fragen des Kinderschutzes, zum Beispiel, wenn es zu Gewalt in der Familie kam», sagte OPK-Sprecherin Antje Orgass. «Vermutlich, weil andere Institutionen wie Schulen und Kitas und Beratungsstellen, die nur eingeschränkt arbeiten konnten, fehlten.» Aber auch in der Erwachsenentherapie hätten die Stellen einen Anstieg gemeldet. «Dabei muss es nicht immer gleich die Psychotherapie sein», sagte Orgass. «Viele Menschen brauchen während der Corona-Pandemie einfach mal einen Rat.»