Ein Sturz in den Bach, 5.000 Euro von Sachsenlotto und über 70.000 Euro an Spenden aus der Bürgerschaft: Schauspieler Tom Pauls setzt sich als neuer Sachsenlotto-Möglichmacher für die Sanierung des seit 2010 gesperrten Keppgrund-Wanderwegs in Dresden ein.
Der Keppgrund, einer der traditionsreichsten Wanderwege am Dresdner Elbhang, könnte nach über 15 Jahren Sperrung eine neue Zukunft bekommen. Am Dienstag übergab Schauspieler und Kabarettist Tom Pauls im Rahmen der Sachsenlotto-Aktion „Möglichmacher“ einen symbolischen Scheck über 5.000 Euro an den Ortsverein Pillnitz. Die Spende kommt der Bürgerinitiative Keppgrund zugute, die sich seit Herbst 2022 für die Sanierung und Wiedereröffnung des historischen Weges einsetzt.

V.l. Tom Pauls, Anngret Grütze und Frank Schwarz bei der Übergabe des 5.000 Euro Schecks an den Ortsverein Pillnitz e.V. (Bild: Thomas Wolf)
Der Keppgrund verbindet das Elbtal mit dem Schönfelder Hochland und führt vorbei an der denkmalgeschützten Keppmühle. Witterungsschäden, brüchige Stützmauern und eine instabile Treppenanlage hatten 2010 zur vollständigen Sperrung geführt. Die Landeshauptstadt Dresden bezifferte die Sanierungskosten 2024 auf rund 500.000 Euro.
Bürgerinitiative sammelt über 70.000 Euro
Wie Annegret Grütze vom Ortsverein Pillnitz schilderte, sei die lange Sperrung „kein Dauerzustand“. Die Bürgerinitiative, ein Zusammenschluss aus Ortsvereinen, Vereinen, Kirchgemeinden und Anwohnern, habe sich bewusst für das Sammeln von Spenden entschieden. Seit Sommer 2024 kamen so bereits mehr als 70.000 Euro zusammen. Ziel sei es, im Weber-Jubiläumsjahr 75.000 Euro zu erreichen und Planungssicherheit für die Sanierung zu schaffen.
Die Initiative arbeitet dabei eng mit dem Straßen- und Tiefbauamt, dem Denkmalschutz sowie der Naturschutzbehörde zusammen. Erste Sicherungsarbeiten, etwa an Geländern, wurden bereits in Eigenleistung umgesetzt.
Persönliche Verbindung von Tom Pauls
Für Tom Pauls ist das Engagement mehr als ein symbolischer Akt. Der Wahldresdner lebt selbst am Elbhang – und hat eine sehr persönliche Geschichte mit dem Keppgrund. „Ich war mit meinen Kindern dort unterwegs und bin im Februar selbst einmal in den Bach gefallen“, sagte Pauls. Diese Erfahrung habe seine Verbundenheit mit dem Ort noch verstärkt.
„Wenn wir im Kleinen nicht bei uns anfangen, wird’s nichts“, erklärte Pauls. Neben der Sachsenlotto-Spende verwies er auch auf ein Benefizkonzert, bei dem bereits rund 8.000 Euro für den Keppgrund gesammelt wurden.
Hoffnung trotz hoher Kosten
Eine vollständige Wiedereröffnung des Weges zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber im Juni 2026 gilt inzwischen als unrealistisch. Dennoch soll im Jubiläumsjahr mit ersten Baumaßnahmen begonnen werden. „Der Keppgrund ist Kulturgut und Kulturerbe – und damit unsere gemeinsame Verantwortung“, so Grütze.
Sanierungsbedürftige Treppe zur Keppgrundmühle. (Bild: Thomas Wolf)