„Rettet das Spiel!“ fordert etwa Dr. phil. Christoph Quarch in seinem gleichnamigen Buch. Der Autor und Philosoph beobachtet, wie Menschen in der heutigen, schnelllebigen Welt auf der Suche nach echter Lebendigkeit sind. Und sie partout nicht finden. Dabei brauchen wir uns nur auf Spielplätzen umzuschauen. Hier sehen wir leuchtende Kinderaugen, Begeisterung und Intensität, so Dr. Quarch: „Denn im Spiel sind wir so, wie es unserem Wesen entspricht: kreativ, kommunikativ, leicht und lebendig.“
Schon Schiller habe eine klare These vertreten: Der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spielt. „Da war es naheliegend, die Idee zu entwickeln, der Homo ludens – also der spielende Mensch – könne ein guter Gegenpol zum Homo oeconomicus – dem wirtschaftenden Menschen – sein“, so Dr. Quarch weiter. Auch die Neurowissenschaft bestätigt heute diese Erkenntnis: Im Spiel entfalten Menschen ihre Potenziale, beim Spiel erfahren sie Lebendigkeit.
Ohne Spielregeln, unterstreicht der Geisteswissenschaftler im Interview weiter, geht es dabei nicht. Doch wie wichtig ist es wirklich, jedes Mal zu gewinnen? „Super wichtig und total unwichtig zugleich. Und genau das macht den Zauber des Spiels aus. Denn eigentlich geht es darum, zu spielen und nicht zu gewinnen.“
