Was die Geschichte der bis 1884 nach Kaditz gepfarrten Gemeinde Pieschen betrifft, so schrieb der fast drei Jahrzehnte als Pfarrer in Kaditz wirkende Karl Bernhard Henrici (1837–1924) in „Die Emmaus-Kirche in Dresden-Kaditz“ (1906) unter anderem: „In der Gemeinde Pieschen, die unmittelbar vor den Toren der Haupt- und Residenzstadt lag, hatte sich im Laufe der Jahre die Einwohnerzahl wesentlich vermehrt. Von 1871 bis 1875 stieg sie von etwa 1.800 auf 4.740 [...], und der Gedanke, sich in nicht zu ferner Zeit kirchlich selbständig zu machen, lag nahe.“ Nach langwierigen Verhandlungen wurde schließlich beschlossen, dass ab 1. Januar 1884 Pieschen mit einem schon gewählten Kirchenvorstand aus der Parochie Kaditz (Pfarrgemeinde, Kirchspiel) ausscheiden und fortan eine selbstständige Parochie bilden wird. „Ihr wurde Trachenberge angeschlossen, das erst seit 1915 eine eigene Kirchgemeinde bildet. Da die Toten aus dem inzwischen stark bevölkerten Pieschen nicht weiterhin alle nach Kaditz gebracht werden konnten, war die erste Tat der neu gegründeten Gemeinde die Einweihung des 1883 geschaffenen eigenen Friedhofs.“ (Dresdner Hefte, 8. Jg., Heft 3, 1990).
Wer über diesen Friedhof noch mehr wissen möchte, dem sei „Die Geschichte des Dresdner Vorortes Pieschen“ von Heidemarie und Heinz Glodschei aus dem Jahre 2008 empfohlen. Der dem Ev.-Luth. Neustädter Friedhofsverband unterstellte Markusfriedhof wird ab Januar 2018 wieder zur Laurentiusgemeinde gehören, deren Verwaltungszentrum sich seit 2006 in der Trachauer Apostelkirche befindet.