Die Stadt Dresden setzt ein klares Zeichen gegen Wohnungslosigkeit mit der Wiederholung ihrer erfolgreichen City-Light-Plakat-Kampagne „Bett statt Bank. Dresden schaut hin!“. Diese Kampagne, die bereits Ende 2022 und im Januar 2024 sichtbar war, wird nun von Dienstag, 6. Januar, bis Dienstag, 20. Januar 2026, mit 100 Plakaten im Stadtgebiet fortgeführt.
Mit großen, auffälligen gelben Buchstaben und dem eindrucksvollen Bild einer Bank, ausgestattet mit einem Kopfkissen und einer Decke, macht die Kampagne auf die Notlagen obdachloser Menschen aufmerksam. Ziel ist es, sowohl auf die schwierige Lage der Obdachlosen in Dresden hinzuweisen als auch auf die vielfältigen Hilfsangebote, die die Stadt bereitstellt. Diese Informationen sind auf der Webseite www.dresden.de/obdach zusammengefasst.
Besonders in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, dass Bürger aufmerksam sind. Wenn jemand in der Stadt obdachlos entdeckt wird, der möglicherweise in gesundheitlicher Notlage ist und nicht ansprechbar ist, sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden, um schnelle Hilfe zu gewährleisten.
Wie sieht die aktuelle Situation aus?
Laut den neuesten Zahlen stehen in Dresden verschiedenen Heimen insgesamt 418 Betten und in 28 Wohnungen 56 sichere Übernachtungsplätze für wohnungslose Menschen zur Verfügung. Aktuell sind insgesamt 427 Personen in diesen Einrichtungen untergebracht. Neben einem Schlafplatz bieten die Unterkünfte auch Tagesaufenthalte, Duschen und die Möglichkeit zur Zubereitung von Mahlzeiten. Vor Ort stehen zudem Beratungs- und Unterstützungsleistungen bereit.
Um einen städtischen Schlafplatz zu erhalten, benötigen wohnungslose Menschen eine Zuweisung des Sozialamts. Während der Dienstzeiten erfolgen die Einweisungen in die regulären Unterkünfte. Bei Rückfragen zur Wohnungsnotfallhilfe ist das Sozialamt unter der Telefonnummer 0351-4884981 erreichbar. Die Sprechzeiten des Sozialamts, das sich in der Junghansstraße 2, 01277 Dresden, befindet, sind dienstags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Am Freitag ist die Sprechzeit von 9 bis 12 Uhr ausschließlich für wohnungslose Menschen vorgesehen.
Außerhalb der Dienstzeiten können bedürftige Personen in die Notschlafplätze untergebracht werden, die sich in der Notaufnahme des Übergangswohnheims in der Hechtstraße 10, 01097 Dresden, befinden. Diese Einrichtung bietet insgesamt 50 Notschlafplätze und ist telefonisch unter 0351-30980195 erreichbar.
Für erwachsene Obdachlose, die keine städtischen Angebote in Anspruch nehmen möchten, gibt es auch ökumenische Nachtcafés, die von den Dresdner Kirchgemeinden betrieben werden. Diese öffnen vom 1. November bis zum 31. März jeden Abend ihre Türen für obdachlose Frauen und Männer.
Mit diesem Motiv macht die Stadt Dresden auf die Lage von obdachlosen Menschen aufmerksam. Foto: LHDD/stock.adobe.com/RusskyMaverick; Gestaltung: HERBSTWEST
Um Wohnungslosigkeit vorzubeugen, berät das Sozialamt Menschen, die akut in Wohnungsnot sind. Es ist entscheidend, dass Betroffene sich frühzeitig melden, um schnell Hilfe zu erhalten. Bei drohender Räumung aufgrund von Mietschulden unterstützt das Amt bei der Antragstellung zur Übernahme dieser Schulden und hilft außerdem bei der Suche nach günstigem Wohnraum. Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind oder bedroht sind, können sich an eine der vier Kontakt- und Beratungsstellen in Dresden wenden. Alle Gespräche sind vertraulich, und die Beratungsleistungen sind kostenfrei, da die Kosten vom Sozialamt getragen werden.
Die vier Kontakt- und Beratungsstellen sind: Pieschen (Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden gGmbH, Mohnstr. 43), Striesen (Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V., Ludwig-Hartmann-Str. 40), Löbtau (Radebeuler Sozialprojekte gGmbH, Schillingstr. 7) und Plauen (Verein für Soziale Rechtspflege e. V., Karlsruher Str. 36). Alle Stellen bieten wertvolle Unterstützung für wohnungslose Menschen.
Zusätzlich werden Tagestreffs und Streetwork-Programme finanziell von der Stadt gefördert. Die Heilsarmee, die in Dresden aktiv ist, leistet Straßensozialarbeit und ist im Winter mit einer Kältestreife in der Stadt unterwegs. Sie bietet obdachlosen Menschen warme Getränke, Suppe und Gespräche an. Zudem wird die Bahnhofsmission am Dresdner Hauptbahnhof ebenfalls von der Stadt unterstützt und hilft bedürftigen Reisenden und Obdachlosen auf vielfältige Weise.