Kommende Woche bleibt die Frauenkirche Dresden für Gäste geschlossen. In dieser Zeit werden Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt – eine bewährte Tradition.
Vom 12. bis 17. Januar sind Fachleute verschiedenster Gewerke im Einsatz, darunter Tischler, Maler, Restauratoren und Elektrotechniker sowie Reinigungskräfte. Rund 40 Beteiligte kümmern sich unter anderem um Holzarbeiten am viel genutzten Gestühl und an den Holzfußböden, Ausbesserungen an Innenanstrichen und Türen, Ergänzungen von Steinverfugungen sowie die Wartung diverser Brandschutzvorrichtungen. Außerdem werden Lüfter im Hauptkuppelraum erneuert, die Beleuchtung der Innenkuppel gewartet und die Lichtsteuersoftware aktualisiert. In den letzten beiden Tagen wird die Kirche von der Unterkirche bis zur Laterne gründlich gereinigt.
»Als Großkirche mit hoher Nutzungsdichte und ca. 2 Millionen Gästen im Jahr und als Gebäude mit einer komplexen Bauphysik erfordert die Frauenkirche eine kontinuierliche fachliche Wartung. Viele Maßnahmen erfolgen laufend, zeitintensivere Arbeiten legen wir aber nach Möglichkeit in die Schließwoche. Mit zunehmendem Alter des Bauwerks ist das jedoch eine wachsende Herausforderung – sowohl organisatorisch als auch finanziell«, erklärt Stiftungsarchitekt Thomas Gottschlich.
50.000 EUR veranschlagt er für die Maßnahmen der kommenden sechs Tage. Den allgemeinen Preissteigerungen entsprechend, ist das mehr als in den Vorjahren. Auch werden die Arbeiten in der Woche nicht komplett abgeschlossen. Einige Fußbodenarbeiten werden in den nachfolgenden Wochen fortgesetzt.
Bereits zum 19. Mal nutzt die Stiftung die besucherschwache Zeit Mitte Januar für notwendige Wartungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Eingeführt 2008, lassen sich während der Schließwoche gut Arbeiten bündeln, die mehrere aufeinanderfolgende Tage erfordern und sich im laufenden Betrieb nicht umsetzen lassen. So werden u. a. Sitzflächen und Griffkanten abgeschliffen und neu eingeölt sowie Handläufe und Wandflächen mit Wachs- oder Farbanstrichen versehen. Unter anderem die dabei notwendigen Trocknungsphasen machen eine temporäre Schließung des Kirchenraums unumgänglich.
»Mit dem Eintritt in die dritte Dekade ihres Bestehens wachsen sowohl die Anforderungen als auch der Aufwand und die damit verbundenen Kosten für den baulichen Erhalt der Frauenkirche. Die gemeinnützige Stiftung, die sich wirtschaftlich selbst trägt, ist deshalb weiterhin auf Spenden angewiesen«, erklärt Stiftungsgeschäftsführerin Maria Noth.
»Als Bauwerk, das durch einzigartiges bürgerschaftliches Engagement wiedererstehen konnte, lebt die Kirche auch in ihrer Zukunft von dieser gemeinsamen Verantwortung. Wir rufen alle, denen die Frauenkirche als geistlicher, kultureller und identitätsstiftender Ort für Dresden am Herzen liegt, auf, ihr Engagement für den Kirchbauerhalt fortzusetzen. Unser besonderer Dank gilt der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. sowie allen privaten Spender:innen und Sponsoren, die dazu beitragen, dieses weltweit bedeutende Symbol für Frieden und Versöhnung für kommende Generationen zu bewahren«, so Maria Noth weiter.
Am Sonntag, dem 18. Januar, öffnet die Frauenkirche wieder 11 und 18 Uhr zum Gottesdienst; von 13 bis 16:30 Uhr kann die Kirche besichtigt werden. Der Kuppelaufstieg empfängt bereits am Samstag, dem 17. Januar, wieder Gäste.