Am Sonntag, dem 18. Januar 2026, soll in Dresden ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der iranischen Bevölkerung gesetzt werden. Der ZIVD e. V. – Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden ruft zu einer Demonstration unter dem Motto „All Eyes on Iran“ auf. Treffpunkt ist um 13:30 Uhr am Goldener Reiter in der Neustadt. Anlass ist die nach Angaben der Veranstalter weiterhin dramatische und sich verschärfende Lage im Iran, geprägt von Repression, Hinrichtungen und massiver Gewalt gegen die eigene Bevölkerung.
Menschenrechtslage im Iran im Fokus
Nach Darstellung des ZIVD geht das iranische Regime mit brutaler Härte gegen Proteste vor. Frauen würden systematisch entrechtet, verhaftet und misshandelt, während Hinrichtungen gezielt als Mittel der Einschüchterung eingesetzt würden. Zudem würden Internet und Kommunikationswege immer wieder abgeschaltet, um Widerstand unsichtbar zu machen und internationale Aufmerksamkeit zu verhindern. Die Organisatoren betonen, es handele sich nicht um Einzelfälle, sondern um fortlaufende, systematische Menschenrechtsverbrechen.
Klare Forderungen an die Bundesregierung
Mit der Demonstration verbinden die Veranstalter konkrete politische Erwartungen. Sie fordern von der Bundesregierung unter anderem eine unmissverständliche Verurteilung des iranischen Regimes, besseren Schutz für Exil-Iranerinnen und -Iraner in Deutschland sowie ein konsequentes Vorgehen gegen iranische Einfluss- und Spionagestrukturen. Darüber hinaus wird die Einstufung der iranischen Streitkräfte, einschließlich der Revolutionsgarden, als terroristische Organisation verlangt. Auch Sanktionen und internationale Ermittlungen sollen aus Sicht des ZIVD verstärkt werden.
Bundestagsabgeordnete als Redner angekündigt
Für die Kundgebung sind mehrere prominente Redebeiträge angekündigt. Erwartet werden unter anderem Rasha Nasr (SPD), Kassem Taher Saleh (Grüne) sowie Felix Stübner (CDU). Saleh erklärte im Vorfeld, die Menschen im Iran kämpften für Freiheit und Demokratie, Deutschland müsse dabei konsequent an ihrer Seite stehen und auch in Dresden laut werden. Stübner betonte, Schweigen angesichts der Gewalt bedeute Mitverantwortung und Solidarität müsse sichtbar sein.
Überparteiliche Demonstration in der Neustadt
Die Demonstration versteht sich nach Angaben des ZIVD als überparteilich und offen für alle Menschen, die sich gegen Diktatur, Unterdrückung und staatliche Gewalt positionieren möchten. Sie richte sich ausdrücklich nicht gegen Kulturen oder Menschen, sondern gegen ein Regime, das Freiheit, Würde und Leben systematisch verletze. Weitere Redebeiträge aus der Zivilgesellschaft sind angekündigt.
Hintergrund
Seit den landesweiten Protesten im Iran steht die Menschenrechtslage des Landes international in der Kritik. Immer wieder berichten Menschenrechtsorganisationen von Hinrichtungen, willkürlichen Verhaftungen und Gewalt gegen Demonstrierende. Solidaritätskundgebungen wie „All Eyes on Iran“ finden seit Monaten in zahlreichen europäischen Städten statt, um den Druck auf Politik und Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten.
Historie
Der ZIVD e. V. engagiert sich seit Jahren in Dresden für interkulturellen Dialog, Menschenrechte und zivilgesellschaftliches Engagement. Mit Demonstrationen und Veranstaltungen greift der Verein regelmäßig internationale Konflikte und Menschenrechtsthemen auf und bringt sie in den öffentlichen Diskurs der Stadt.
Quelle: Pressemitteilung ZIVD e.V. vom 15.1.26
Foto von Seyed Gholamreza Nematpour auf Unsplash