Sachsen mit Kanuslalom-Park raus aus dem Olympia-Rennen
Mit dem Zuschlag für den deutschen Olympia-Bewerber München ist auch der Freistaat Sachsen aus dem Rennen. Denn der Kanuslalom-Park in Markkleeberg bei Leipzig gehörte wie auch der Segelstandort Rostock-Warnemünde zum Bestandteil der Köln-Rhein-Ruhr-Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. «Schade! Olympia hätte der Sportstadt Leipzig gut gestanden. Alle haben sich zum zweiten Mal mit ganzer Kraft engagiert und hätten gerne olympische Momente aus Leipzig beigesteuert. Leipzig und Sachsen, wir behalten unseren Spirit, mit dem wir uns weiter einbringen und jetzt die Daumen drücken, damit die Olympischen Spiele nach Deutschland kommen», sagte Sachsens Sportminister Armin Schuster der Deutschen Presse-Agentur. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung gratulierte München und meinte in einer Pressemitteilung: «Die Entscheidung ist gefallen und wir gratulieren dem Sieger. Wir werden unsere sportinfrastrukturellen Konzepte trotzdem weiterentwickeln und uns um internationale Großsportereignisse bewerben.» München galt auch als Favorit. Prüfer des DOSB hielten das Münchner Konzept schon vor dem Votum für am besten geeignet, wie aus einer Bewertung durch die Evaluierungskommission hervorging. Der Vorschlag Münchens schnitt dabei knapp besser ab als der des Kontrahenten Köln-Rhein-Ruhr. Mit Ausnahme von Fußballspielen in Stuttgart und den Segelwettbewerben in Kiel sollen sämtliche Wettkämpfe in Bayern stattfinden. München plant wie schon bei Olympia 1972 mit der Kanuslalomstrecke in Augsburg. Der traditionsreiche Eiskanal war zum 50-jährigen Jubiläum der Olympischen Spiele von 1972 von April 2018 bis Frühjahr 2022 rechtzeitig für die Weltmeisterschaft 2022 für rund 21 Millionen Euro saniert worden. Die Anlage gehört seit 2019 zum UNESCO-Welterbe. Trotz der umfangreichen Sanierung kämpft der Eiskanal bei sommerlicher Trockenheit mit den sinkenden Pegelständen des Lechs. Die Stadt Augsburg hat daher Ende 2025 den Bau von zwei Regulierungsbauwerken (Wehren) beschlossen, um die Wasserzufuhr und den Trainingsbetrieb in den kommenden Jahren langfristig abzusichern. Der Kanupark in Markkleeberg war Bestandteil der Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr und auch der zurückgezogenen Berliner Bewerbung. Selbst bei der Leipziger Bewerbung für die Olympischen Spielen 2012, die dann nach London gingen, war die moderne Strecke in den Olympia-Planungen vertreten. Der Bau der zweiten für einen Weltcup geeigneten Strecke in Deutschland wurde bereits 2001 beschlossen und im April 2005 erfolgte der Spatenstich. Eröffnet wurde der Wildwasserkanal am Markkleeberger See nahe Leipzig im April 2007. Die Bundesregierung förderte den Bau mit rund 4,9 Millionen Euro. «Die geplanten Investitionen im Kanupark gehen wir dennoch an und unser nächstes Ziel ist die Ausrichtung von Weltmeisterschaften in Markkleeberg», sagte Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze. Leipzigs Sportbürgermeister und Olympia-Beauftragter Heiko Rosenthal will ungeachtet der Entscheidung von Baden-Baden weiter in die Sportstätten investieren. «Die Olympia-Bewerbung hat für Leipzig die Chance gebracht, notwendige Investitionen schneller auf den Weg zu bringen. Das gilt insbesondere für die Weiterentwicklung des Sportforums mit der QUARTERBACK Immobilien ARENA und der geplanten Ballsporthalle. Wir haben keine olympischen Projekte neu erfunden, sondern sie entsprechen den Bedarfen des Leipziger Sports. Die Projekte bleiben für die Sportstadt Leipzig wichtig.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenMünchen plant mit Augsburger Eiskanal
Leipzig will weiter investieren