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Obstbauern schlagen Alarm: Bei Regionalobst droht Knappheit

Obstbauern schlagen Alarm: Bei Regionalobst droht Knappheit
Der Obstbauverband warnt vor zunehmendem Druck auf die Betriebe. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Від: Sachsen News
Arbeitskosten, fehlende Erntehelfer und Wetterextreme: Obstbaubetriebe in Sachsen und Sachsen-Anhalt sehen ihre Zukunft gefährdet. Was sie jetzt fordern.

Regionales Obst könnte nach Einschätzung des Obstbauverbands Sachsen und Sachsen-Anhalt künftig noch seltener in den Regalen liegen. Steigende Lohnkosten, fehlende Saisonkräfte und zunehmende Wetterrisiken setzten die Betriebe unter Druck, teilte der Verband auf Anfrage mit. Auf die Herausforderungen wollen die Obstbauern mit einer bundesweiten Erntedank-Aktion unter dem Motto «Ein Fünftel ist nicht genug» aufmerksam machen.

Hoher Bedarf an Handarbeit

«Steigende Arbeitskosten treffen den Obstbau besonders stark, weil viele Arbeiten - vor allem Ernte, Sortierung und Pflege - nur teilweise mechanisiert werden können», teilte Geschäftsführerin Carmen Stefanie Kaps mit. Gleichzeitig konkurrierten die hiesigen Erzeuger mit Importobst aus Ländern mit deutlich niedrigeren Produktionskosten. Höhere Ausgaben könnten sie nicht ohne Weiteres an Handel und Verbraucher weitergeben.

Flächen könnten verloren gehen

«Bei arbeitsintensiven Kulturen kann das dazu führen, dass sich bestimmte Kulturen wirtschaftlich nicht mehr lohnen und Flächen aufgegeben oder nicht wieder neu bepflanzt werden», erklärte Kaps. Werde eine Obstanlage gerodet, lasse sich die heimische Produktion nicht kurzfristig wieder aufbauen. Eine neue Anlage sei nicht kurzfristig voll leistungsfähig, sagte Kaps. Entscheidungen über Rodung oder Neupflanzung wirkten sich deshalb über viele Jahre aus.

Saisonkräfte schwerer zu finden

Saisonarbeitskräfte seien für viele Betriebe unverzichtbar, die Ernte großer Mengen müsse oft innerhalb weniger Wochen erfolgen. Es werde jedoch schwieriger, genügend Helfer zu finden. Der Verband fordert daher weniger Bürokratie und rechtssichere Regeln auch für die Beschäftigung von Arbeitskräften aus Drittstaaten. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Sozialstandards abzusenken: Saisonkräfte sollten fair bezahlt und ordentlich beschäftigt werden.

Forderung nach besseren Bedingungen

Nötig seien zudem Hilfen für moderne, arbeitssparende Technik sowie bessere Unterstützung bei Frost, Hitze und Trockenheit, so der Verband. Auch beim Pflanzenschutz und bei der Absicherung wetterbedingter Ernteausfälle seien langfristig verlässliche Regeln nötig.

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