Eine Düngerfabrik in Sachsen-Anhalt rückt zunehmend ins Zentrum der Landes-, Bundes- und Europapolitik. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) reiste dafür nach Prag, EU-Agrarkommissar Christophe Hansen besuchte das Werk der SKW Piesteritz in Lutherstadt Wittenberg und die EU-Kommission legte wenig später einen Aktionsplan für die Düngemittelindustrie vor. Zuletzt machte sich auch Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) bei einem Besuch des Standorts nahe der Landesgrenzen zu Brandenburg und Sachsen ein Bild von der Lage.
Aber warum bekommt ausgerechnet ein Werk in Lutherstadt Wittenberg derzeit so viel Aufmerksamkeit? Die Antwort reicht weit über Sachsen-Anhalt hinaus. Am Beispiel der SKW Piesteritz zeigt sich, warum Europa seine Produktion eines strategisch wichtigen Grundstoffs erhalten will - und warum dabei Ernährungssicherheit, Energiepreise und geopolitische Krisen eine entscheidende Rolle spielen.