Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Sachsen lehnt Windkraftanlagen im Wald generell ab und fordert einen naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien. Hintergrund ist der Umstand, dass der Freistaat derzeit seine Regionalpläne überarbeitet, um das gesetzlich vorgegebene Flächenziel von zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie zu erreichen. «Der Nabu Sachsen hat alle Planentwürfe geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass wichtige Anforderungen des Natur- und Artenschutzes in zahlreichen Fällen nicht ausreichend berücksichtigt wurden», teilte der Verband mit. Zu viele Vorrangflächen würden in Waldgebieten liegen.
Nabu sieht Potenziale in Städten ungenutzt
Der Nabu kritisiert, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien derzeit vor allem den ländlichen Raum belastet, während vorhandene Potenziale in den Städten vielfach ungenutzt bleiben. Laut einer Kleinen Anfrage im Landtag habe Sachsen 2025 weniger als 100 Photovoltaik-Anlagen (PV) auf landeseigenen Dächern, drei PV-Anlagen an Fassaden und keine einzige über Parkplätzen oder anderen versiegelten Flächen installiert.
«Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist unverzichtbar. Er muss jedoch naturverträglich erfolgen und die Belastungen zwischen Stadt und Land möglichst ausgewogen verteilen. Natur, Bevölkerung und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden», erklärte Nabu-Vorsitzende Maria Vlaic.
Wald schützt Klima und Artenvielfalt
Der Naturschutzbund verwies darauf, dass Wälder zu den wichtigsten natürlichen Klimaschützern gehören. «Sie speichern Kohlenstoff, kühlen ihre Umgebung, regulieren den Wasserhaushalt und mindern die Folgen von Hitze, Starkregen und Hochwasser. Gleichzeitig sind sie unverzichtbare Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.»