Nach dem Jahr als Kulturhauptstadt Europas wird Chemnitz nun zum Mekka der Bühnenkunst: Mehr als 30 Produktionen aus aller Welt sind vom 18. Juni bis 5. Juli in der Stadt erleben. «Theater der Welt» gilt als eines der wichtigsten internationalen Theaterfestivals in Deutschland. Hauptträger ist das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts. Das Festival soll künstlerische Perspektiven aus aller Welt zeigen und findet alle drei Jahre statt. Zuletzt waren Frankfurt am Main und Offenbach Gastgeber. Das wird Besuchern in Chemnitz geboten.
Indigene Stimmen und Perspektiven
Von Pop-Oper und Schauspiel über Installationen und Performances bis zu Figurentheater - das Festival bietet eine Vielfalt verschiedener Formate. Das Programm wurde von neun internationalen Kuratorinnen und Kuratoren entwickelt. Die Stücke behandeln dabei globale Themen wie Herkunft, Identität und Machtverhältnisse. Ein besonderer Fokus liegt auf indigenen Stimmen und Perspektiven. So werden Vertreter der Nukak - einem Volk aus dem Amazonasgebiet - an einer immersiven Theaterproduktion mitwirken («Vortex Nukak»), und in der Produktion «Kuste» geht es um die Ainu im Norden Japans - und wie moderne Infrastrukturprojekte ihre Lebensweise beeinflussen.
Franz Kafka, Alfred Döblin und Sofia Andruchowytsch
Unter dem Titel «Kafka's Ape» präsentieren der südafrikanische Regisseur Phala Ookeditse Phala und der Schauspieler Tony Bonani Miyambo eine Bearbeitung von Franz Kafkas «Bericht für eine Akademie», derweil in einer deutsch-chinesischen Koproduktion Alfred Döblins Roman «Berge, Meere und Giganten» unter dem Titel «Luftmasse» auf die Bühne gebracht wird. Das visuelle Konzept dafür stammt vom Künstler Ai Weiwei. Die tschechische Produktion «Amadoka» greift die Romantrilogie von Sofia Andruchowytsch auf und erzählt ein Jahrhundert ukrainischer Geschichte anhand dreier Frauen.