In den Gängen der neuen Scheune riecht es noch deutlich nach frischem Lack. Der Geruch zieht durch das Treppenhaus und die Flure, vorbei an neuen Türen, unverkleideten Stellen und Räumen, in denen Handwerker an den letzten Details arbeiten. Im Café stapeln sich Platten für die Raumakustik. Der künftige Tresen ist bisher vor allem an den Anschlüssen im Boden zu erkennen. Im großen Konzertsaal wird die Bühnentechnik aufgebaut.
Zwischen Lackgeruch und neuer Bühnentechnik
Auf einer Baustelle kurz vor der Übergabe existieren zwei Wirklichkeiten gleichzeitig. In der einen ist das Haus fast fertig. Das Parkett im großen Saal ist verlegt, historische Fensterflächen sind sichtbar, der Aufzug verbindet die Geschosse und in den Büros stehen bereits die ersten Möbel.
In der anderen Wirklichkeit fehlt noch genau das, was für einen funktionierenden Veranstaltungsbetrieb gebraucht wird. Technik muss installiert, Material eingeräumt und die Gastronomie vorbereitet werden. Teilweise seien Helfer zum Aufstellen von Schränken gekommen, während in den betreffenden Räumen noch Abschlussarbeiten liefen, berichtet der Verein.
Für den Scheune e.V. bedeutet das: einziehen, während um ihn herum weitergebaut wird. Die Vorfreude trifft auf einen engen Zeitplan. Bis zum ersten Konzert müssen nicht nur Räume fertig werden. Ein Veranstaltungsort braucht Licht, Ton, Sicherheitstechnik, Möbel und eingespielte Abläufe.
Im großen Saal lässt sich die Dimension des Neustarts bereits erkennen. Der eigentliche Konzertraum umfasst rund 220 Quadratmeter. Die Spielfläche ist etwa 92 Quadratmeter groß. Stehend sollen hier ungefähr 540 bis 550 Menschen Platz finden. Insgesamt ist das Gebäude für Veranstaltungen mit bis zu etwa 750 Personen ausgelegt.

Über dem Saal verbirgt sich eine der aufwendigsten technischen Lösungen des Projekts. In einer früheren Planung waren Stützen im Raum vorgesehen. Sie konnten durch eine neue Stahlkonstruktion im Dach vermieden werden. Die Decke hängt nun am Dachtragwerk. Dadurch bleibt der Saal offen und die Sicht auf die Bühne wird nicht durch Säulen beeinträchtigt.
Akustikelemente an den Wänden und in der Decke sollen den Klang verbessern. Hinzu kommen eine neue Lüftungsanlage, Rauchabzugsfenster und moderne Veranstaltungstechnik. Der Boden besteht aus belastbarem Industrieparkett, das Konzerte, Partys und viele tausend Schritte möglichst lange aushalten soll.

