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Ganzjährige Vogelfütterung

10.06.2020 von

Foto: Bild von Capri23auto auf Pixabay
Wildkräuterfreie Monokulturen, Landverbrauch für Verkehrswege und Siedlungen sowie menschliche Freizeitaktivitäten führen zu großen Lebensraumverlusten für Wildvögel. Dies hängt vor allem mit einer enormen Abnahme verfügbarer Nahrung zusammen. Zudem schaden Insektizide, der Klimawandel, saurer Regen und Abgase der Vogelwelt. Aus diesem Grund sind in den letzten Jahrzehnten unsere Vogelbestände um 50 Mio. zurückgegangen, was eine Reduzierung um 30 % in ganz Mitteleuropa bedeutet. Eine ganzjährige und angemessene Vogelfütterung leistet einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt und sogar teilweise zum Wiederaufbau der Population und Artenvielfalt in Bezug auf die heimische Vogelwelt.

Während des Winters haben die Vögel nur ein geringes natürliches Futterangebot wie Beeren, Insekten oder Sämereien. Die Tiere sind weniger aktiv und fliegen nicht weit, brauchen aber viel Energie, damit sie sich warmhalten können. Im Frühling ist das Futterangebot immer noch sehr spärlich oder wurde von den überwinternden Vögeln vertilgt. Gerade im Frühjahr brauchen die Vögel jede Menge Energie, wenn sie als Zugvögel geschwächt zurückkehren und als Brutvögel für Stunden umherfliegen, um das Nest zu bauen.

Im Sommer ist das Nahrungsangebot wieder größer, wird aber durch den menschlichen Eingriff immer knapper. In dieser Jahreszeit ist der Energiebedarf am höchsten. Für die Aufzucht der Jungvögel müssen enorme Anstrengungen aufgebracht werden. Die Eltern sind ganztägig auf mühsamer Futtersuche unterwegs und haben für die eigene Futtersuche weniger Zeit. Im Herbst nimmt das natürliche Futterangebot wieder ab, vor allem Insektenfresser finden jetzt weniger Nahrung. Für den Flug ins Winterquartier oder die Überwinterung zuhause muss wieder eine ausreichende Energie- und Fettreserve aufgebaut werden.

Meisenknödel eignen sich für alle Körner- und Weichfutterfresser wie beispielsweise Rotkehlchen, Meisen oder Grünlinge. Diese bestehen aus hochwertigen Fetten sowie Körnern und Saaten. Neben der Grundsorte gibt es auch Knödel mit Beeren oder Insekten. Alternativ kann man auch eine Mischung aus Fett- und Weichfutter verwenden. Pflanzenöl und Erdnusskerne sorgen für einen besonderen Energieschub. Des Weiteren sind hier Weizen- und Haferflocken sowie Rosinen enthalten.

Körner- und Weichfutter ist die perfekte Mischung für Körner-, Insekten- und Weichfutterfresser wie z. B. Gimpel, Amsel oder Rotkehlchen.  Es beinhaltet u. a. Beeren, getrocknete Insekten sowie Weich- und Krebstiere und ist auch ideal als Aufzuchtfutter geeignet. Streufutter für Weich- und Körnerfutterfresser wie Gimpel, Kohlmeise oder Amsel enthält Saaten, Körner, Pflanzenöl, Getreide sowie Rosinen.
Es sollte zuerst beobachtet werden, welche Vögel zur Futterstelle kommen. Auf diese Weise kann man das Futter passend auswählen. Essensreste wie Brot sind nicht geeignet und sogar gefährlich für die Vögel. Es sollten täglich kleine Futtermengen gegeben werden. Altes Futter ist regelmäßig zu entfernen. Einmal pro Woche sollte man das Futterhaus auskratzen oder auswaschen. Dabei dürfen keine Desinfektions- oder Reinigungsmittel verwendet werden. Alternativ können auch Futterampeln, Futterspender oder Futterstationen genutzt werden.

Für den Futterplatz ist ein ruhiger Platz zu wählen. Dabei sollte man die Nähe zu stark befahrenen Straßen oder Fenstern vermeiden. Durch die Nähe zu Büschen und Bäumen können die Vögel gut anfliegen oder sich verstecken. Unter der Futterstelle sollte sich keine Vegetation befinden, damit sich keine Feinde verstecken können und Heruntergefallenes vom Boden aufgepickt werden kann.  
 

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