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Der Mohn als Bote des Frühsommers

18.06.2020 von

Foto: Bild von Thomas B. auf Pixabay
Mohn kommt mit weltweit circa 100 Arten vorwiegend in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel vor. Dabei gibt es einjährige Arten wie den Klatschmohn oder Schlafmohn, jedoch ebenso mehrjährige Arten wie den Arznei-Mohn oder Türkischen Mohn. Schlafmohn wird zur Gewinnung von Opium angebaut. Arznei-Mohn dient der Herstellung von Opioiden. Die ölhaltigen Samen des Schlafmohns verwendet man vor allem für Gebäck und Süßspeisen. Ab Ende Mai blühen die leuchtend roten Blüten des in Mitteleuropa sehr verbreiteten Klatschmohns, womit der Beginn des Frühsommers eingeläutet wird.

Mohnarten sind ausdauernde bzw. ein-, zwei-, oder mehrjährige krautige Pflanzen. In den Pflanzenteilen steckt ein gelber oder weißer Milchsaft, welcher giftige Alkaloide enthält. Der aufsteigende bis aufrechte Stängel ist meistens borstig behaart, jedoch selten kahl. Er kann unverzweigt oder verzweigt und unbeblättert bzw. beblättert sein.
Die gestielten bis ungestielten Laubblätter sind spiralig und wechselständig am Stängel verteilt oder in einer Rosette angeordnet. Die Blattspreite kann einfach oder geteilt sein. Blattränder sind meist gesägt oder gebuchtet, selten kahl. Nebenblätter fehlen.  
 
Die Mohnblüten stehen meist einzeln, jedoch selten in einem traubigen zymösen Blütenstand. Eventuell vorhandene Blütenstandschäfte sind meistens borstig behaart. Die eiförmige bis kugelige Blütenknospe sind vor dem Aufblühen meist herabhängend und die Kronblätter in einer „geknitterten“ Knospenlage. Die zwittrigen Blüten mit einer doppelten Blütenhülle sind radiärsymetrisch angeordnet. Beim Öffnen der Blüte fallen die zwei (selten drei) freien meist borstig behaarten Kelchblätter ab. Die vier (selten fünf oder sechs) Kronblätter sind meistens rot, orangerot bis gelb, selten lavendelfarben oder weiß. Die Bestäubung erfolgt durch die Insekten.
Es werden kahle oder borstig behaarte, selten stachelige, geschlossene oder offene Kapselfrüchte gebildet, welche viele Samenkörner enthalten. Es handelt sich dabei um sogenannte Porenkapseln. Wenn sich der Stängel neigt, fallen die Samen wie aus einem Salzstreuer aus den Poren. Die ölhaltigen Samen sind braun, schwarz, weiß oder dunkelgrau, klein und nierenförmig.  

Mohn bevorzugt einen warmen sowie sonnigen Standort mit einem nährstoffreichen und durchlässigen, eher lehmhaltigen und trockenen Boden. Man kann ihn im März und April aussäen und danach, je nach Sorte, auf einen Abstand zwischen 20 bis 30 Zentimetern ausdünnen. Bei einer Herbstsaat kommt es zu einer früheren Blüte. Nach der Aussaat sollten die Samen gleichmäßig feucht bleiben.
Generell ist Mohn eine sehr pflegeleichte Pflanze, welche jedoch während einer längeren Trockenzeit regelmäßig gegossen werden kann. Das Verblühte sollte man regelmäßig entfernen, auch damit bei einigen Arten die Selbstaussaat wird. Düngergaben sind nicht notwendig.
Der Türkische Mohn lässt sich gut mit Zierlauch, Bartiris und Steppensalbei kombinieren. Für ein Beet mit Naturcharme kann man beispielsweise verschiedene Akaleien zum Mohn setzen. Mit bodendeckenden Pflanzen wie Storchschnabel oder Sonnenhut können Lücken kaschiert werden. Für eine naturnahe Gartengestaltung eignen sich auch andere Mohnarten wie der Klatschmohn, welcher großflächig ausgestreut besonders schön aussieht.  

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