Während an der Elbe Mündung mit Elphi ein nagelneuer Konzertsaal die Besten noch besser werden lässt, stimmt die Tonart am Dresdner Konservatorium überhaupt nicht mehr. Dissonanzen überall. In beiden Städten hält die Musikwelt den Atem an, dort vor Begeisterung, hier vor Entsetzen.
Prolog
Der seit Monaten geplante Trägerwechsel des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu einem städtischen Betrieb und die seit Jahren überfällige Honorarerhöhung für die freien Mitarbeiter sind dafür verantwortlich.
Kristin Unglaube ist freiberufliche Lehrerin, unter anderem am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden (HSKD). Als sie noch Cellolehrerin an der Musikschule Bannewitz war, hat sie z.B. Norbert Anger unterrichtet. Er ist inzwischen berühmt und seit vier Jahren Erster Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Seine ehemalige Lehrerin kämpft um ein höheres Honorar am HSKD, von angemessen will sie nicht sprechen.
Erster Akt
Am Montag, dem 9.Januar haben rund 100 freie Musikpädagogen für ein Honorar von 25 Euro und gegen eine unzureichende Honorarerhöhung protestiert. Sie sahen keine andere Wahl, um ihre Rechte zukämpfen. Alle freiberuflichen Lehrer hatten befristete Verträge, die am 22.12. ausliefen. Ursprünglich war zum Januar ein Trägerwechsel in kommunale Hand geplant. In diesem Zusammenhang sollten die Honorar- Lehrer neue Verträge bekommen. Der Stadtrat hatte am 29.9.16 parallel zur Re-kommunalisierung des HSKD die Anhebung der Honorare von 21 € im Durchschnitt auf 25 € im Durchschnitt, unabhängig vom Trägerwechsel, beschlossen. Dafür hatte die Stadt zusätzliche 800.000 Euro für 2017 ins Konservatorium investiert.