Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, Ostdeutschland bei wichtigen Standortentscheidungen nicht mehr zu benachteiligen. Zuletzt sei das bei der Batterieforschungsfabrik der Fall gewesen, die trotz ostdeutscher Bewerbungen nach Nordrhein-Westfalen gegangen sei, sagte Tiefensee anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums im brandenburgischen Bad Saarow.
Eine gezielte Unterstützung des Bundes erwarte er künftig auch beim Ausbau der ostdeutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie des 5G-Mobilfunknetzes. Zudem müsste die Investitionskraft der Kommunen gestärkt werden, sagte Tiefensee.
Der SPD-Politiker verlangte eine differenzierte Sicht auf die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands. Betrachte man einzelne Wirtschaftszweige wie die Optik oder Regionen wie das Berliner Umland, Halle/Leipzig, Dresden oder Jena, so verfügten die ostdeutschen Länder «durchaus über Entwicklungspotenziale, die mit prosperierenden westdeutschen Branchen und Regionen konkurrieren können». Als Problem erwiesen sich vor allem die strukturschwachen ländlichen Regionen im Osten.