Es schien alles vorbei, die Hallen waren geflutet und alle Maschinen zerstört. Die Flut, die Görlitz im August 2010 erreichte, hinterließ beim Outdoorspezialisten Yeti nur noch "Schrott" und nasse Ware. Die Produktion stand von jetzt auf gleich still. Der Schaden wurde auf rund 1,3 Millionen Euro beziffert. "Was nun", fragte sich Geschäftsführer Kay Steinbach. Seine Antwort: "Anpacken und Lösungen suchen". Yeti kämpfte mit dem gesamten Team und der vorhandenen Ausrüstung für die Zukunft des Unternehmens.
Um die Kundenverträge zu erfüllen, mussten zuerst neue Produktionskapazitäten geschaffen werden, die damals kurzfristig in der Slowakei gefunden werden konnten. Yeti war aber auch auf die Unterstützung von Kunden und Lieferanten angewiesen. So bat Kay Steinbach seine Kunden die kommenden Kollektionen eher zu ordern, um die Auftragsbücher voll zu bekommen. Außerdem wurden Lieferanten gebeten, Zahlungsziele etwas zu verlängern, um die missliche finanzielle Lage nicht weiter zu verschlimmern. Hilfe kam auch von der IHK Dresden, die ein Spendenkonto eingerichtet hat, von einer Berliner Werbeagentur und einer Münchner PR-Agentur, die Yeti beide auf Pro-Bono-Basis unterstützten.