Die Zukunft des Grönländischen Eisschilds (GIS) im Kontext der anthropogenen CO2-Emissionen zu verstehen, ist entscheidend für die Vorhersage des Meeresspiegelanstiegs. Mit dem vollständig gekoppelten Erdsystemmodell mittlerer Komplexität CLIMBER-X untersuchen Wissenschaftler die Stabilität des GIS und seine transiente Reaktion auf CO2-Emissionen über die nächsten 10.000 Jahre.
Kipppunkte und globale Temperaturanomalien
Es existieren Kipppunkte bei globalen Temperaturanomalien von 0,6 und 1,6 K im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Bei Systemzuständen in der Nähe der Gleichgewichtseisvolumen, die diesen Temperaturanomalien entsprechen, erreichen die Massenverlustrate und die Sensitivität des Massenverlusts gegenüber kumulativen CO2-Emissionen ihren Höhepunkt. Diese kritischen Eisvolumen werden bei kumulativen Emissionen von 1.000 und 2.500 GtC überschritten, was einen langfristigen Meeresspiegelanstieg von 1,8 bzw. 6,9 m verursachen würde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Kippen des GIS innerhalb des Temperaturbereichs der Pariser Klimaziele liegt.