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Späte Gegentore: Aue bei Dotchevs Trainer-Debüt nur Remis

Paderborns Julian Justvan (l) im Kampf um den Ball mit Aues Anthony Barylla (r). / Foto: Friso Gentsch/dpa
Paderborns Julian Justvan (l) im Kampf um den Ball mit Aues Anthony Barylla (r). / Foto: Friso Gentsch/dpa

Bis zur 89. Minute sah der FC Erzgebirge Aue in Paderborn wie ein sicherer Sieger aus. Dann trafen die Gastgeber noch zweimal und das Tabellenschlusslicht verlor wieder zwei wichtige Punkte.

Drei Tore innerhalb von sieben Minuten haben dem FC Erzgebirge Aue nicht gereicht, um das Fünkchen Hoffnung auf den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga erhalten. Zwei Tage nach dem Trainerwechsel von Teamchef Marc Hensel auf Pavel Dotchev holten sich die «Veilchen» mit einem 3:3 (0:1) beim SC Paderborn zwar einen Punkt, aber das so sehr erhoffte und unbedingt notwendige Erfolgserlebnis blieb aus. Dennis Srbeny (26.) brachte die Gastgeber in Front, Dimitrij Nazarov verwandelte nach 63 Minuten einen Handstrafstoß zum Ausgleich. Und nur zwei Minuten danach war es Ben Zolinski, der sogar die Auer Führung markierte. Schließlich war es erneut Nazarov, der nach 70 Minuten einen Foulelfmeter zur vermeintlichen Vorentscheidung nutzte. Doch Kemal Ademi (89.) und Marcel Correia (90.+2) schafften noch den Ausgleich.

«Das war nah am Wunder, mehr geht nicht. Wir haben drei Tore geschossen und auch die Leistung hat gestimmt. Drei Gegentreffer durch Standards haben uns das Genick gebrochen. Nun stehen wir mit einem Punkt da. Das ist eine gefühlte Niederlage», sagte Dotchev und versprach: «Für mich zählt jedes Spiel, wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen. Wir kämpfen.»

Die Partie hatte mit einer Gedenkminute nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine begonnen. Beide Mannschaften und die Zuschauer setzten damit ein Zeichen für den Frieden und die Anteilnahme in der Ukraine-Krise.

Der 56-Jährige Dotchev hatte bei seinem Comeback als Cheftrainer die Auer auf vier Positionen im Vergleich zum 1:3 am vergangenen Wochenende bei Fortuna Düsseldorf verändert. Unter anderen brachte er mit Zolinski und Prince Osei Owusu zwei frühere Paderborner von Beginn an. Und Zolinski hatte bereits nach wenigen Sekunden eine große Chance. Er stoppte eine Flanke mit der Brust und jagte anschließend den Ball nur knapp am Tor vorbei.

Die Sachsen blieben am Drücker und versuchten die Verunsicherung der Paderborner, die seit 111 Tagen kein Heimspiel mehr gewonnen hatten, zu nutzen. Nachdem John Patrick Strauß nach zwei Minuten nur knapp verzogen hatte, klatschte zwei Zeigerumdrehungen später sein Kopfball an die Latte.

Erst nach einer Viertelstunde fanden die Gastgeber etwas besser ins Spiel und gingen dann mit ihrer ersten Chance überhaupt in Front. Nach einem Freistoß kam der Ball punktgenau auf den Kopf von Srbeny, der durch die Beine von Martin Männel vollendete.

Die Auer zeigten sich wenig beeindruckt, auch wenn Großchancen nach er starken Anfangsphase seltener wurden. Und wenn es sie gab, war zumeist Paderborns Torhüter Jannik Huth zur Stelle. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte wäre aber auch er machtlos gewesen, doch ein satter Schuss von Nazarov knallte ans Kreuzeck.

Nach dem Wechsel kam Paderborn öfter in die Auer Hälfte, wirkliche Torgefahr für das Männel-Tor aber entstand selten. Die Auer Bemühungen ließen im Vergleich zur ersten Hälfte aber zunächst nach, immer öfter fehlte die letzte Präzision im Zuspiel. So brauchte es einen Handelfmeter, um den überaus verdienten Ausgleich zu markieren. Und der weckte die Auer Lust auf erfolgreiche Angriffe. Dem direkten 2:1 folgte fünf Minuten später der nächste Strafstoß, den Nazarov in gleicher Manier verwertete.

Danach mühte sich Paderborn, hatte ein Abseitstor zu verzeichnen sowie noch ein paar dicke Chancen, bei denen Männel auf dem Posten war. Was aber keiner für möglich hielt: In den Schlussminuten gab es wie so oft in dieser Saison noch Gegentore, die zwei wertvolle Punkte kosteten.

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