Zahnersatz ist eine der teuersten Positionen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Kronen, Brücken, Implantate oder umfassende Sanierungen sind schnell gemacht und führen zu Eigenanteilen, die das Haushaltsbudget ganz schön belasten können. Wer die Systematik der Zuschüsse kennt und rechtzeitig vorgesorgt hat, kann Überraschungen reduzieren.
So funktionieren die gesetzlichen Zuschüsse
Bei Zahnersatz beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse in der Regel mit Festzuschüssen. Grundlage sind die sogenannten Regelversorgungen. Bei bestimmten Befunden ist hier eine Standardversorgung hinterlegt, etwa eine Metallkrone oder eine einfache Brücke. Der Festzuschuss deckt einen festen Anteil an den Kosten für diese Regelversorgung. Das gilt unabhängig davon, ob sich die Patientin oder der Patient für eine aufwendigere Versorgung entscheidet oder nicht.
Über das Bonusheft kann dieser Zuschuss erhöht werden. Wer hier über die letzten fünf Jahre lückenlos dokumentierte Vorsorgeuntersuchungen nachweisen kann, darf sich über einen höheren prozentualen Zuschuss freuen, nach zehn Jahren wird der Satz noch besser.
Damit sinkt der Eigenanteil an der Regelversorgung. Entscheidet sich der Patient für eine hochwertigere Lösung als die Regelversorgung, zum Beispiel vollkeramische Versorgungen oder Implantate, bleibt der Festzuschuss gleich, den Mehrpreis zahlt der Versicherte.
Behandlung planen, bevor Kosten entstehen
Bevor sich der Patient für eine bestimmte Zahnersatzart entscheidet, steht der Heil- und Kostenplan. Zahnärzte legen darin dar, welche Befunde bestehen, welche Regelversorgung in Frage kommt und welche Alternative sie vorschlagen. Die Krankenkasse prüft den Plan und errechnet den Festzuschuss, erst danach liegt eine verlässlichere Einschätzung des Eigenanteils vor.
Gerade bei umfangreichen Sanierungen kann es sinnvoll sein, zunächst verschiedene Varianten durchrechnen zu lassen. Es gilt die Frage, welche Zähne noch zu retten sind, ob implantatgestützter Zahnersatz besser ist oder man eine herausnehmbare Lösung wählt. Jede Variante hat eigene Kosten und unterschiedliche Beteiligungen durch die Kasse.
Ein Vergleich von Zahnzusatzversicherungen lohnt sich jetzt schon, weil man sieht, welche Tarife später bei den Behandlungen einen Teil der Lücken schließen können und wo es mit Wartezeiten, Zahnstaffeln und Erstattungssätzen steht. Für begonnene oder angeratene Behandlungen springen die Leistungen meist nicht mehr ein, aber langfristig lässt sich durch rechtzeitige Absicherung die Planungssicherheit erhöhen.
Wert der Prophylaxe und des Bonusheftes
Die beste Behandlung ist die, die nicht erst notwendig wird. Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und auch Prophylaxemaßnahmen in Anspruch nimmt, senkt nicht nur das Risiko teurer Eingriffe. Er sichert sich auch gegenüber seiner Kasse die Ansprüche auf höhere Festzuschüsse. Wer das Bonusheft lückenlos führen lässt, erhält bei späteren Zahnersatz einen höheren Erstattungsanteil für die Regelversorgungskosten von seiner gesetzlichen Krankenkasse.
Prophylaxe bedeutet nicht nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen, sondern auch professionelle Zahnreinigung, Fissurenversiegelungen, individuelle Mundhygieneberatung usw. Einige Zahnzusatzversicherungen erstatten auch einen Teil dieser Leistungen oder sogar die gesamten Kosten, was die Hemmschwelle, solche Angebote regelmäßig anzunehmen, senkt. Aus finanzieller Sicht lohnt sich die Vorsorge doppelt. Teure Schäden treten erst gar nicht so häufig auf, und der Festzuschuss wächst, falls doch Zahnersatz notwendig wird.
Der Fernblick lohnt sich besonders, weil Zahnersatz mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wiederkehrende Themen mit sich bringt. Kronen, Brücken, Prothesen haben nicht ewige Lebensdauer. Wer damit rechnet, dass in späteren Jahren weitere Versorgungen fällig werden, kann seine eigene Vorsorge- und Versicherungsstrategie daraufhin steuern.
Schrittweise vorgehen statt aus dem Gefühl heraus entscheiden
Steht größerer Zahnersatz an, ist die Situation schnell belastend. Besser ist es, einen nüchternen Ablauf in mehreren Schritten zu schaffen. Zuerst steht die exakte Diagnose an, gefolgt von dem zugehörigen Heil- und Kostenplan. Dann kommen Alternativen und Zweitmeinungen, um medizinische und finanzielle Lösungen zu vergleichen und einander gegenüberzustellen. Parallel lässt sich prüfen, welche eigenen Rücklagen vorhanden sind, ob Ratenzahlungsmöglichkeiten bestehen und wie die eigene Versicherungssituation aussieht.