Die Zeiten, in denen der feuchte Keller oder die zugige Dachkammer als einzige Lagermöglichkeit dienten, sind in Dresden längst gezählt. Die Stadt wächst, der Wohnraum in den Gründerzeitvierteln der Neustadt oder den sanierten Altbauten von Striesen ist begehrt und oft knapp bemessen. Gleichzeitig verändern sich Lebensläufe: Das Semester an der TU, der Jobwechsel mit Umzug, die Weltreise oder die Trennung – all das schafft einen akuten, oft temporären Bedarf an Platz. Das Geschäft mit dem "Selfstorage", dem externen, selbstverwalteten Lagerraum, boomt. Doch was kostet dieser Komfort in der sächsischen Landeshauptstadt? Die Spanne ist groß und ein genauer Blick lohnt sich.
Wer den Inhalt einer Ein- bis Zweizimmerwohnung zwischenlagern muss, blickt auf eine mittlere Boxengröße von fünf bis neun Quadratmetern. Hier bewegen sich die monatlichen Kosten bei den meisten Anbietern, etwa "mylager", in einem Korridor von 90 bis 130 Euro. Für größere Flächen, die beispielsweise für die Überbrückung eines Hausbaus oder eine Haushaltsauflösung benötigt werden, steigen die Preise entsprechend. Eine Box mit 15 Quadratmetern kann, je nach Lage und Ausstattung, durchaus 140 bis 170 Euro monatlich kosten.
Diese Preise unterscheiden sich deutlich von ungesicherten "Kellerräumen" oder "Lagerhallen", die auf Immobilienportalen teils für 4 bis 5 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Diese bieten jedoch selten den Service, die Sicherheit und die Zugänglichkeit von echtem Selfstorage.
Mehr als nur Fläche: Die Faktoren hinter dem Preis
Die reinen Quadratmeterkosten sind bei der Kalkulation nur die halbe Miete. Der Endpreis einer Lagerbox in Dresden wird von einer Reihe weiterer Faktoren bestimmt, die den Nutzen und die Sicherheit des Lagerguts maßgeblich beeinflussen.
- Ein zentraler Preistreiber ist die Lage. Es ist wenig überraschend, dass eine Lagerbox in der Altstadt oder in Friedrichstadt, schnell erreichbar von der Innenstadt, tendenziell teurer ist als ein vergleichbarer Raum in den Randbezirken wie Prohlis oder Cotta. Nutzer müssen hier abwägen, ob die eingesparten Mietkosten den längeren Anfahrtsweg rechtfertigen.
- Ein weiterer Faktor ist die Ausstattung. Handelt es sich um einen einfachen Seecontainer oder eine "Drive-up"-Garage, die den Witterungen ausgesetzt ist? Oder ist der Raum klimatisiert und temperiert? Letzteres ist für die Lagerung von Möbeln, Akten oder empfindlicher Elektronik unverzichtbar, um Schimmelbildung oder Hitzeschäden zu vermeiden. Diese Qualität hat ihren Preis.
- Auch die Sicherheit spielt eine Rolle. Moderne Anlagen investieren stark in 24-Stunden-Videoüberwachung, Alarmsysteme mit direkter Schaltung zum Wachdienst, Brandmeldeanlagen und individuelle Zugangscodes. Dieser Aufwand schlägt sich in den Betriebskosten und damit im Mietpreis nieder, bietet aber einen unschätzbaren Schutz für das eingelagerte Eigentum.
- Zuletzt beeinflusst die Flexibilität die Kosten. Die meisten Anbieter setzen auf kurze Mindestmietdauern von oft nur wenigen Wochen und ebenso kurzen Kündigungsfristen. Wer sich jedoch von vornherein für eine längere Mietdauer, beispielsweise ein ganzes Jahr, entscheidet, kann oft von erheblichen Rabatten profitieren.