Strukturschwäche trotz Wachstum: Warum Ostdeutschland mehr Wertschöpfung braucht – und wo seine größten Chancen liegen
Die ostdeutsche Wirtschaft steht vor strukturellen Herausforderungen. Das sagte Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) in Halle. Sie sprach bei der Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums. Für 2025 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 0,3 Prozent. Das liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt. Doch das Wachstum trägt sich industriell noch nicht selbst. Kaiser nannte mehrere Schwachpunkte. Energiepreise belasten energieintensive Branchen stark. Der Fachkräftemangel wächst durch den demografischen Wandel. Forschung und Entwicklung sind in vielen Betrieben wenig ausgeprägt. Konzernzentralen fehlen im Osten weitgehend. Deshalb liegen Wertschöpfung und Entscheidungen oft woanders. Kaiser betonte gleichzeitig die Stärken der Region. Ostdeutschland ist heute Industriestandort, Forschungsregion und Energiewendeland. Es produziert mehr erneuerbaren Strom, als es verbraucht. Das ist ein strategischer Vorteil – für Industrie und Energiewende gemeinsam. Strukturwandel gelingt, wenn er aktiv gestaltet wird. Das zeigen konkrete Beispiele: Die neue Universitätsmedizin in der Lausitz entsteht. In Sachsen wächst ein Halbleitercluster. Das Industriegebiet Erfurter Kreuz entwickelt sich. Diese Projekte entstehen, wenn Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten. Die Gemeinschaftsaufgabe GRW bleibt ein wichtiges Förderinstrument. Seit 1990 wurden rund 65 Milliarden Euro eingesetzt. Das löste Investitionen von über 260 Milliarden Euro aus. Rund 3,1 Millionen Arbeitsplätze wurden geschaffen oder gesichert. Künftig soll die Förderung stärker auf Zukunftsbranchen zielen. Dazu zählen Mikroelektronik, Batterien, Wasserstoff, grüner Stahl und Kreislaufwirtschaft. Das Motto lautet: Industrie halten und transformieren – nicht ersetzen. Kaiser kündigte konkrete Verbesserungen an. Energiepreise sollen wettbewerbsfähiger werden. Bürokratie soll abgebaut, Verfahren beschleunigt werden. Infrastruktur und Fachkräfteeinwanderung sollen gestärkt werden. Das Ziel: Wertschöpfung künftig stärker im Osten verankern. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenFehlende Konzernzentralen als zentrales Problem
Der Osten hat auch klare Stärken
Großprojekte zeigen: Wandel ist möglich
65 Milliarden Euro Förderung seit 1990
Bessere Bedingungen für Investoren geplant