Mehrere hundert Menschen sind am Sonntag in Dresden für die Rettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer auf die Straße gegangen. Die Demonstranten wollten damit auch ihre Solidarität für die Crew der Dresdner Organisation «Mission Lifeline» ausdrücken. Deren Schiff liegt in einem Hafen in Malta fest, der Kapitän soll sich vor Gericht verantworten.
«Die Rettungsaktionen sind nötig, weil die Staaten der Europäischen Union zurzeit bewusst jede Hilfeleistung unterlassen», erklärte eine Sprecherin des Veranstalter. Stattdessen würden Lager in Afrika geschaffen, in denen man Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen festhalte und ihren Tod billigend in Kauf nehme. «Das Sterben wird aus dem Blickfeld Europas ausgelagert.»
«Wir fordern, dass die Seenotrettung sofort wiederaufgenommen werden kann. Dazu gehört auch, Schiffe mit Geretteten in alle europäischen Häfen einlaufen zu lassen», sagte die Organisatorin. Ein weiterer Redner erinnerte daran, dass Anhänger der Pegida-Bewegung unlängst mit Blick auf die Bootsflüchtlinge «Absaufen!Absaufen!» skandiert hatten. Die Demonstration vom Sonntag zeige, wofür das andere Dresden stehe.