Tankrabatt schrumpft: Sprit im Landkreis Meißen wieder teurer als am Donnerstag
Wer am Freitagmorgen tankt, zahlt mehr als am Donnerstag. Der Diesel kostete an den 30 verglichenen Tankstellen im Landkreis am Freitag um 9.25 Uhr im Schnitt 2,224 Euro je Liter. Das sind 8,5 Cent mehr als am Donnerstag um 9 Uhr (2,139 Euro). Super E10 kostete im Schnitt 2,052 Euro (plus 6,4 Cent), Super E5 2,111 Euro (plus 6,4 Cent). Die Zahlen stammen aus den Preisdaten, die die Tankstellen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) melden. Das Portal clever-tanken.de zeigt sie an.
Die Rabatt sind nur noch teilweise sichtbar. Am Mittwoch um 9 Uhr, also vor dem Tankrabatt, kostete Diesel an denselben Tankstellen im Schnitt 2,308 Euro, E10 2,164 Euro und E5 2,222 Euro. Am Donnerstagmorgen lagen die Preise rund 17 Cent darunter. Damit war die Steuersenkung von bis zu 16,7 Cent je Liter vollständig zu sehen. Am Freitagmorgen ist der Abstand kleiner: Diesel ist 8,4 Cent billiger als am Mittwochmorgen, E10 und E5 sind 11,1 bis 11,2 Cent billiger. Beim Diesel ist damit rund die Hälfte des Preisvorteils vom Donnerstag weg, beim Benzin gut ein Drittel.
Auch bundesweit steigen die Spritpreise wieder. Das Portal Tankerkönig meldete für Freitag um 6 Uhr bundesweite Durchschnittspreise von 2,249 Euro für Diesel, 2,099 Euro für E10 und 2,149 Euro für E5. Das waren laut Tankerkönig 2 bis 4 Cent mehr als am Vortag. Das Portal benzin.jetzt hat ausgerechnet, dass E10 am Freitag um 7 Uhr 10,8 Cent weniger kostete als vor dem Tankrabatt und Diesel 11,2 Cent weniger. Beide Portale nutzen die MTS-K-Daten.
Am teuersten ist es in Meißen und Lommatzsch. Am Freitagmorgen liegen die Preise im Kreis enger beieinander als am Donnerstag. Diesel kostet zwischen 2,199 Euro (Supermarkt-Tankstelle im Riesapark, Riesa) und 2,259 Euro (Aral, Großenhainer Straße, Meißen). Das sind 6 Cent Unterschied, am Donnerstag waren es noch 18 Cent. E10 kostet zwischen 2,019 Euro (Riesapark und Star an der Rostocker Straße 1, beide Riesa) und 2,079 Euro (Hoyer, Hafenstraße, Meißen). E5 kostet zwischen 2,079 und 2,129 Euro.
Meißen: Diesel 2,209 Euro (Supermarkt-Tankstelle, Schützestraße) bis 2,259 Euro (Aral, Großenhainer Straße). Bei Sprint an der Dresdner Straße und an der Kurt-Hein-Straße kostet er je 2,219 Euro, bei Hoyer an der Hafenstraße 2,229 Euro und bei Aral an der Hochuferstraße 2,249 Euro. E10 kostet 2,049 bis 2,079 Euro.
Riesa: Diesel 2,199 Euro (Riesapark) und 2,209 Euro (Star, Rostocker Straße 1). Bei den drei TotalEnergies-Stationen, bei Hoyer und bei bft kostet er je 2,219 Euro. E10 kostet 2,019 bis 2,039 Euro.
Radebeul: Diesel 2,209 Euro (Supermarkt-Tankstelle, Weintraubenstraße), bei Jet und OIL! an der Meißner Straße je 2,219 Euro. E10 kostet 2,049 bis 2,059 Euro. Am Donnerstagmorgen waren die Supermarkt-Tankstelle und OIL! mit 2,049 Euro für Diesel und 1,899 Euro für E10 die günstigsten Tankstellen im Vergleich. Seitdem sind ihre Preise um 15 bis 17 Cent gestiegen, so stark wie fast nirgends sonst im Kreis.
Moritzburg: Bei Star in Reichenberg ist es ähnlich: Diesel kostet 2,219 Euro, 17 Cent mehr als am Donnerstagmorgen. E10 kostet 2,049 Euro.
Coswig und Weinböhla: Bei Aral an der Weinböhlaer Straße in Coswig und bei den Shell-Stationen an der Dresdner Straße in Coswig und Weinböhla kostet Diesel je 2,229 Euro, E10 2,069 Euro und E5 2,129 Euro.
Großenhain: Diesel 2,219 Euro bei Star (Eichenallee) und Hoyer (Major-von-Minckwitz-Allee), 2,229 Euro bei Aral (Elsterwerdaer Straße). E10 kostet 2,039 Euro (Star) und 2,049 Euro (Aral).
Radeburg, Nossen, Lommatzsch: In Radeburg und Nossen kostet Diesel 2,219 bis 2,229 Euro, in Lommatzsch 2,239 Euro (Q1) und 2,249 Euro (TotalEnergies).
Kaum teurer geworden sind seit Donnerstag einige Tankstellen, die da schon vergleichsweise teuer waren, zum Beispiel Hoyer und bft in Riesa. Ihr Diesel ist sogar 1 Cent billiger als am Donnerstagmorgen.
Grund für die Erhöhungen ist der tägliche Mittagssprung. Am Donnerstag kurz nach 12 Uhr stiegen die Preise im Kreis kräftig. Die meisten Tankstellen erhöhten zwischen 12.04 und 12.12 Uhr. Von 11.55 bis 12.15 Uhr stieg der Durchschnittspreis für Diesel von 2,138 auf 2,397 Euro, für E10 von 1,986 auf 2,250 Euro. Das sind rund 26 Cent. An einzelnen Stationen waren es zwischen 14 und 38 Cent. Das ist aber kein Sonderfall: Am Mittwoch, noch vor dem Tankrabatt, war der Mittagssprung im Kreis genauso groß. Auch zu Spitzenzeiten blieb der Rabatt sichtbar: Um 12.15 Uhr war Sprit am Donnerstag im Schnitt knapp 15 Cent billiger als am Mittwoch zur selben Zeit. Danach sanken die Preise wieder, bis 20 Uhr auf durchschnittlich 2,271 Euro für Diesel und 2,106 Euro für E10.
Der ADAC hat das auch bundesweit gemessen. Zwischen 11.45 und 12.15 Uhr stieg der Durchschnittspreis für E10 am Donnerstag von 2,052 auf 2,253 Euro, für Diesel von 2,197 auf 2,393 Euro. Das war 14 bis 15 Cent weniger als am Mittwoch. Der ADAC sah die Steuersenkung damit „zumindest weitgehend abgebildet“. Er forderte die Mineralölkonzerne auf, die vollen 17 Cent weiterzugeben.
Seit April gilt in ganz deutschland: Erhöhen nur um 12 Uhr. Der Grund für das Muster ist die 12-Uhr-Regel. Sie steht im Kraftstoffpreisanpassungsgesetz und gilt seit dem 1. April. Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal am Tag um 12 Uhr erhöhen. Senken dürfen sie sie jederzeit. Die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts überwacht das. Wer gegen die Regel verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen. Am günstigsten ist Tanken deshalb kurz vor 12 Uhr. Der ADAC fordert, die Regel abzuschaffen. Sie habe die Preise nicht gesenkt, sondern den Unterschied innerhalb eines Tages vergrößert.
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg am Donnerstag um gut 4 Prozent auf zeitweise rund 102 US-Dollar je Barrel. Am Freitagmorgen lag er laut dpa-AFX bei 102,06 Dollar. Als Auslöser nennen Agenturen Berichte, nach denen die USA weitere Kriegsschiffe in den Nahen Osten schicken. Außerdem hat China seine Exporte von Kraftstoff ausgesetzt, und in der Straße von Hormus wurde erneut ein Tanker angegriffen. Der Euro fiel am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Am Freitagmorgen kostete er 1,1255 Dollar. Wie stark der höhere Ölpreis und der schwache Euro die Preise an den Tankstellen beeinflussen, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Es gibt dazu keine Angaben von ADAC oder Mineralölwirtschaft.
Der neue Rabatt gilt bis Jahresende. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ist seit 1. Oktober um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Mit der Mehrwertsteuer kann der Literpreis um bis zu 16,7 Cent sinken. Die Senkung gilt bis zum 31. Dezember. Die Tankstellen müssen sie nicht weitergeben. Für Januar 2027 plant die Bundesregierung laut ADAC einen Spritpreisdeckel. Wie er funktionieren soll, steht noch nicht fest. Beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni waren die Preise nach wenigen Tagen wieder gestiegen. Das zeigen Daten des ADAC, schreibt die Tagesschau.