Abschießen oder nicht abschießen? Die Premiere von Ferdinand von Schirachs packendem Gerichtsdrama Terror im Theater Radebeul wirft schwierige moralische Fragen auf. In dieser aufwühlenden Inszenierung geht es um die moralische Verantwortung und um Grenzen staatlichen Handelns.
Das Szenario des Stücks ist dramatisch: Ein Terrorist kapert ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen an Bord. Die Maschine steuert auf ein vollbesetztes Fußballstadion zu. Der Konflikt eskaliert, als ein Kampfpilot der Luftwaffe die Entscheidung trifft, das Flugzeug abzuschießen, um zehntausende Menschenleben zu retten. Diese Handlung führt zu einem Mordprozess, in dem das Publikum über die Schuld des Piloten urteilen muss.
In dieser besonderen Theateraufführung stehen zentrale Fragen im Raum: Gilt das Gesetz uneingeschränkt, oder gibt es Ausnahmesituationen, in denen ein Rechtsbruch notwendig ist? Vor dem Hintergrund der heutigen Bedrohungslagen und einer fragilen Weltordnung gewinnen diese Thematiken an Aktualität. Wie weit darf der Staat in die Grundrechte seiner Bürger eingreifen, um Gefahren abzuwenden? Befähigt die Gesetzeslage den Staat, in Krisenfällen zu handeln?