Das neue Jahr 2026 begann in Chemnitz für eine Familie sehr schlimm, endete für einen 13-Jährigen dank des schnellen Einschreitens der Soldatin Jamina (21) aber dann doch noch glimpflich. Kurz nach Mitternacht hatte der Junge nach einem Feuerwerksunfall eine lebensgefährliche Blutung.
Jamina feierte die Silvesternacht in der Innenstadt und verfolgte das Feuerwerk von der Straße aus, als sie Schreie hörte. Passanten riefen laut, Wortfetzen wie "er verblutet, er stirbt" blieben in Erinnerung, teilte die Bundeswehr mit. Vor Ort lag ein Junge auf dem Boden. Aus einer Wunde unterhalb des Schlüsselbeins trat große Blutmenge aus. Der Vater versuchte, die Verletzung mit den Händen abzudrücken.
Die 21-Jährige handelte sofort. Ohne Handschuhe und ohne weiteres Material legte sie beide Hände auf die offen blutende Stelle. "Ich brauchte beide Hände, um den Blutverlust zu stoppen", sagte sie später. Aufgrund ihrer Tätigkeit im Sanitätsdienst der Bundeswehr wusste sie sofort, welche Maßnahmen erforderlich waren. Jamina drückte so lange und so fest, bis ein hinzugekommener Polizeibeamter sie ablöste. Der Rettungsdienst traf kurz darauf ein; der Junge war während der gesamten Zeit ansprechbar.
Erfahrung und Ausbildung
Jamina ist im Sanitätsdienst der Bundeswehr tätig und bringt Erfahrungen aus dem Rettungsdienst mit. Sie hat bereits mehrere Reanimationen durchgeführt. "Anderen zu helfen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit", sagte sie. Regelmäßige Schulungen und der Alltag im Sanitätsdienst halten ihr Wissen auf dem aktuellen Stand und haben in dieser Situation offenbar den entscheidenden Unterschied gemacht. Die Soldatin betonte zugleich, wie wichtig Auffrischungen für die Allgemeinheit wären: "Ich erlebe es immer wieder, dass der letzte Ersthelferkurs Jahre her ist und viele mit der Situation überfordert sind." Sie plädierte dafür, Erste-Hilfe-Kenntnisse breiter und häufiger anzubieten, damit mehr Menschen in Notlagen sicher helfen könnten.
Für ihr schnelles und entschlossenes Eingreifen erhielt Jamina Dank vom Polizeipräsidenten der Direktion Chemnitz. Es gab außerdem einen Gutschein, mit dem sie sich einen kleinen persönlichen Wunsch erfüllen kann. Darüber hinaus nutzte sie die Möglichkeit, sich mit den im Einsatz befindlichen Polizisten noch einmal über die Abläufe auszutauschen. Solche Nachbesprechungen trügen dazu bei, Eindrücke zu verarbeiten und das Erlebte einzuordnen, so die Soldatin.
Die Polizei bestätigte, dass der verletzte Junge stabilisiert und ins Krankenhaus gebracht wurde.