Der tschechische Energiekonzern ČEZ hat als erstes Unternehmen in der Tschechischen Republik offiziell die 1.000. Ladestation für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen. Die Jubiläumsstation ist Teil eines großen Ladehubs im Retailpark Portin in Tuchoměřice in Mittelböhmen, unweit des Prager Flughafens. Fahrern stehen dort insgesamt neun ultraschnelle Ladesäulen zur Verfügung, die vor allem Reisenden und Pendlern schnelle Ladezeiten ermöglichen. Das teilte Tschechien.News mit.
Jubiläumsstation und Standort
Die neue Anlage im Retailpark Portin markiert einen sichtbaren Meilenstein im Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur durch ČEZ. Der Ladehub am Standort Tuchoměřice wurde so konzipiert, dass mehrere Fahrzeuge zeitgleich mit hohen Leistungen versorgt werden können. Die Nähe zum Flughafen macht die Station für Langstreckenfahrer und Geschäftsreisende gleichermaßen attraktiv. ČEZ hebt die Bündelung mehrerer ultraschneller Ladepunkte an strategisch wichtigen Knotenpunkten als Modellprojekt hervor.
Technische Entwicklung und Tempo
Zwischen der Inbetriebnahme der ersten und der tausendsten Ladestation liegen nahezu 15 Jahre. Die erste ČEZ-Ladesäule ging am 30. November 2011 am Unternehmenssitz in der Prager Duhová-Straße ans Netz. Während das Laden damals mehrere Stunden dauerte, können moderne Anlagen heute einen Großteil der Fahrzeugbatterie innerhalb von rund 15 Minuten aufladen. Auch das Tempo des Ausbaus hat sich deutlich erhöht: Während die ersten 100 Stationen über mehr als sechs Jahre installiert wurden, errichtet ČEZ heute 100 Ladepunkte innerhalb von fünf Monaten.
Strategie und Finanzierung
Der Ausbau leistungsstarker Ladepunkte bleibt in den kommenden Monaten ein Schwerpunkt. Bereits heute ist jede fünfte ČEZ-Ladesäule ultraschnell; ihr Anteil soll noch in diesem Jahr auf mehr als 30 Prozent steigen. Finanziert wird der Netzausbau sowohl aus Mitteln des Operationellen Programms Verkehr als auch durch Eigeninvestitionen der ČEZ-Gruppe. Pavel Cyrani, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von ČEZ, betonte, dass das Unternehmen sowohl bei der Dichte der Infrastruktur als auch bei der Leistungsfähigkeit des Netzes weiter zulegen wolle.
Ziele und Kapazitätsplanung
ČEZ plant, bis Ende des Jahres mehr als 1.250 Ladepunkte in Betrieb zu haben und dabei eine Gesamtleistung von nahezu 130 Megawatt zu erreichen. Diese Kapazität soll nicht nur die Zahl der Ladepunkte erhöhen, sondern vor allem die Leistungsfähigkeit einzelner Standorte verbessern, um Spitzenlasten abzufangen und kurze Verweilzeiten zu gewährleisten. Im vergangenen Jahr wuchs das Netz um 206 neue Stationen, rund ein Drittel davon mit ultraschneller Ladeleistung zwischen 150 und 360 Kilowatt.
Regionale Schwerpunkte und Verteilung
Die höchste Dichte an Ladepunkten verzeichnet ČEZ derzeit in Mittelböhmen, Prag sowie in den Regionen Ústí, Mährisch-Schlesien und Königgrätz. Diese Regionen profitieren von einer Kombination aus Bevölkerungsdichte, Verkehrsknotenpunkten und wirtschaftlicher Aktivität. Mit gezielten Investitionen will ČEZ Lücken in weniger dicht besiedelten Regionen schließen und zugleich Kapazitäten an stark frequentierten Routen ausbauen.
Ladehubs und Zukunftsperspektiven
Auch künftig setzt ČEZ verstärkt auf größere Ladehubs mit mehreren leistungsstarken Stationen. Derzeit betreibt das Unternehmen rund 40 solcher Standorte; deren Zahl soll bis Jahresende um etwa ein Drittel steigen. Solche Hubs sind für das schnelle Laden auf Reisen ebenso wichtig wie für die Minimierung von Wartezeiten in urbanen Zentren. Für Fahrer bedeutet das ein dichteres und leistungsfähigeres Netz, das die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen weiter erhöht.
Die Eröffnung der 1.000. Ladestation ist für ČEZ mehr als ein symbolischer Erfolg: Sie steht für den technologischen Fortschritt, für beschleunigte Investitionen in Ladeinfrastruktur und für eine veränderte Mobilitätslandschaft in der Czech Republic.