Die Stadt galt einst als «Manchester Sachsens», vor allem Älteren ist sie noch als Karl-Marx-Stadt in Erinnerung. Doch kann Chemnitz auch Kulturhauptstadt? Vor vier Jahren hatte es im Finale um den Titel Nürnberg, Magdeburg, Hildesheim und Hannover geschlagen. In knapp drei Monaten wird es nun ernst: Am 18. Januar ist die große Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres geplant. Jetzt haben die Verantwortlichen das finale Programm vorgestellt. Das Buch ist mehr als 400 Seiten stark und enthält rund 150 Projekte und 1000 Veranstaltungen. Mehr als 30 Millionen Euro sind dafür als Budget vorgesehen.
Chemnitz als «kulturelles Herz Europas»
Das Programm sei deswegen besonders, weil es von den Menschen in Chemnitz und der Kulturhauptstadtregion gemacht werde, erklärte Programmgeschäftsführer Stefan Schmidtke. «Es spiegelt ihre Bedürfnisse und Wünsche wider.» Kultur spiele eine unverzichtbare Rolle für das friedliche Miteinander in Europa, trage zur Verständigung bei, betonte Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Grüne) in einer Mitteilung. «Das Kulturprogramm zeigt auf beeindruckende Weise, wo 2025 das kulturelle Herz Europas schlagen wird: in Chemnitz!»
Das Programm steht unter dem Titel «C the Unseen». Es spielt nicht nur auf die Underdog-Rolle von Chemnitz im Reigen der Großstädte an. Auf vielfältige Weise soll Verborgenes sichtbar gemacht und zugleich die «stille Mitte» der Stadtbevölkerung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt ins Private zurückgezogen hat, adressiert werden. So soll eine Europäische Werkstatt für Kultur und Demokratie die Zivilgesellschaft aktivieren und stärken. Dazu werden etwa 60 Projekte umgesetzt. Auch sind die Besucher bei etlichen Veranstaltungen zum Mitmachen eingeladen - etwa bei Festen, Workshops und Kunstaktionen in Garagenhöfen oder beim Festival «Makers United».