Wegen gestiegener Kosten schreiben die meisten Kliniken in Sachsen rote Zahlen. «Der aktuelle Zustand ist zweifellos für die Krankenhäuser nicht länger hinnehmbar», sagt Friedrich München, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS). Für eine weiterhin qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in den nächsten Monaten fordert er dringend schnelle Entscheidungen. «Wir appellieren an den Bund, die Liquiditätshilfen und Mittel zur wirtschaftlichen Sicherung umgehend zur Verfügung zu stellen.» Ansonsten sei mit weiteren Krankenhausschließungen oder der Aufgabe langjährig gesicherter Versorgungsstrukturen zu rechnen.
Laut München machten die Einrichtungen schon im Herbst 2022 auf eine «extreme Insolvenzgefahr» aufmerksam. Auch unabhängige Analysen hätten widergespiegelt, «dass fast jedes zweite Krankenhaus von Insolvenz bedroht ist und fast keine Klinik mehr eine schwarze Zahl schreibt». Eine Umfrage der KGS Mitte 2023 habe das bestätigt. Danach gaben weit mehr als zwei Drittel (87 Prozent) der teilnehmenden Krankenhäuser an, dass sie das Jahr 2022 ohne staatliche Unterstützung mit einem Defizit abgeschlossen hätten und 2023 mit einer weiteren Verschlechterung rechneten.