Die Alten- und Krankenpflege erfährt nicht erst in der aktuellen Lage mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie eine besondere Aufmerksamkeit. Corona hat schonungslos offengelegt, welche Schwierigkeiten sich über die Jahre speziell in der Pflegebranche aufgebaut haben. Aufgrund der immer stärker anwachsenden Belastung wird gerade jetzt vielen bewusst, welche Leistungen in der Pflege tagtäglich erbracht werden, wie wichtig diese Berufsgruppen für unseren Alltag sind und dass unsere Gesellschaft ohne ein funktionierendes Gesundheitssystem vor dem Abgrund stehen würde.
Schon früh im vergangenen Jahr wurde dann der Begriff „Systemrelevanz“ für alle ein geflügeltes Wort. Applaus wurde zur anerkannten Währung für alle, die sich tagtäglich mit viel Hingabe und Einfühlungsvermögen um diejenigen kümmern, die es gerade am dringendsten brauchen. Sie kämpfen um Leib und Leben – und das auch immer öfter auf Kosten der eigenen Gesundheit. Angesichts der immer schwieriger werdenden Arbeitsbedingungen, einem hohen Stresslevel, vielen gesundheitsbedingten Ausfällen sowie dem Wegfall von über 9.000 Pflegefachkräften allein im vergangenen Jahr, wird die Kritik an der Tatenlosigkeit der Politik immer lauter.
