Erinnern Sie sich noch an die alten Spielzeugautos mit den verhältnismäßig schweren Metallscheiben im Inneren? Das Prinzip: einmal kurz viel Energie rein und schon rollte der Wagen eine ganze Weile durch Kinderzimmer. Herrlich war das.
Dieses Prinzip wurde bereits in den 1950er Jahren in der Schweiz und in Österreich angewendet. Ein tonnenschweres Schwungrad, gespeist durch Bremskraft und eine externe Stromquelle, die an den Haltestellen angezapft wurde, bewegte die Busse mehrere Kilometer weit. Auch in München und Bremen wurden Schwungradbusse betrieben, heute findet man sie aber nur noch in Museen.
Nur die Sachsen setzen in den Straßenbahnen in Zwickau auf diese alte, neue Technologie. Hierbei wird die Bremsenergie über die Bügel zurück ins Netz gespeist und in Schwungradspeichern zwischengespeichert. Ein wesentlicher Unterschied zu damals ist aber, dass die Schwungräder nicht mehr aus tonnenschwerem Stahl bestehen, sondern aus 165 Kilogramm schweren Kohlefaserringen. Dabei sind sie nicht nur leichter, sondern auch effizienter, denn die Kohlefaserschwungräder können viel schneller drehen. Hierbei gilt: doppeltes Gewicht gleich doppelte Energiespeicherkapazität, aber doppelte Geschwindigkeit gleich vierfache Energiespeicherkapazität.
