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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Leben im Garten: 7 Gute Gründe für mehr Fläche

stock.adobe.com © Halfpoint
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Ein großes Haus und ein kleiner Garten kann auch für Selbstversorger interessant sein. Obst und Gemüse auf kleinem Grundstück anbauen.

Haus groß, Garten klein. Das ist heute bei vielen Bauherrn eine von den Kosten diktierte Maxime. Eine umgekehrte Vorgehensweise kann jedoch ebenfalls sehr gute Gründe vorweisen – vielleicht sogar noch bessere.

Sachsen baut. Das ist eine erfreuliche Meldung, die nicht einmal durch Corona auffällig eingetrübt werden konnte. Doch auch bei uns bleibt die Zeit nicht stehen, das gilt vor allem hinsichtlich der Kosten. Nun ist der Freistaat zwar nicht gerade Bundesspitze, was die Grundstückspreise anbelangt, aber auch bei uns haben diese in den vergangenen Jahren definitiv angezogen und wurden auch vom deutschlandweiten Rekordanstieg für Wohnimmobilienpreise des ersten Quartals 2021 erfasst.

In einer solchen Zeit ist es verständlich, dass viele Bauherrn auf ein kleines Grundstück mit wenig Gartenfläche setzen; schließlich lebt man ja vornehmlich im Haus, nicht dahinter und Geld wächst nicht auf Bäumen. Dennoch gibt es gute Argumente für eine andere Vorgehensweise: Eine, bei der das Grundstück generell größer ist oder der Garten zumindest durch eine reduzierte Hausfläche einen größeren prozentualen Anteil bekommt. Vieles davon fällt unter die Oberbegriffe Umwelt- und Naturschutz, doch wie immer bei diesen Themen gilt auch: das kommt jedem zugute, auch den Grundstücksbesitzern.

1. Richtig viel Eigengemüse

Es dürfte auf dem Sektor Obst und Gemüse nur sehr, sehr wenig geben, was geschmacklich in die Nähe von Selbstgezogenem heranreicht. Das liegt nicht nur daran, dass die meisten Hobbygärtner mit klassischen Methoden und Saatgut arbeiten, sondern auch daran, dass es sich hierbei um die mit Abstand bestkontrollierten Anbaubedingungen handelt – mehr Bio als im eigenen Garten ist kaum möglich.

Allerdings braucht Gemüse Platz. Es darf nicht jede Sorte direkt neben jeder stehen. Außerdem ist auch noch eine Fruchtfolge einzuhalten. Dabei ist die nötige Fläche für einen echten Selbstversorgergarten recht klein: 80 geschickt ausgenutzte Quadratmeter genügen pro Kopf, um eine weitgehende Eigenversorgung zu gewährleisten – dass mit einem solchen Garten ein ganzjähriges Hobby und ziemliche Kostenersparnis einhergehen, gibt es als Bonus dazu. Und wer mehr Platz hat, kann natürlich auch Obstbäume inkludieren.

2. Eine der besten Heizungsbauformen

Wie das neue Häuschen beheizt (und gekühlt) werden soll, ist eine Frage, über die sich Bauherrn schon frühzeitig den Kopf zerbrechen müssen – denn zahlreiche Techniken konkurrieren miteinander, wollen Anschaffungs- und Betriebskosten aufgewogen werden.

Dabei muss jedoch der, der auf einen sehr kleinen Garten setzt, weitgehend auf eine der derzeit effizientesten Methoden überhaupt verzichten: die Wärmepumpe mit Erdkollektor. Abgesehen von solchen Pumpen, die auf Grundwasser setzen (aber deshalb nicht überall genutzt werden können) gibt es auf dem Heizungsmarkt derzeit nichts, was derart hohe Leistung mit so geringem Energiebedarf kombiniert.

Zumal der Kollektor den großen Vorteil hat, dass er so tief unter der Erdoberfläche liegt, dass er kaum eine weitere Nutzung stört – auch nicht diese:

3. Ein vollwertiger Naturpool

Oberirdische Pools sind ja gut und schön. Aber so richtig vollwertig wirken nur wenige Konstruktionen. Und je kleiner der Garten ist, desto negativer wirkt sich der Flächenverbrauch selbst kleiner Exemplare aus.

Dabei eint jedoch die allermeisten „künstlichen“ Pools, dass sie ganz und gar nicht natürlich sind. Das gilt auch mit Blick auf die Rolle einer solchen Wasserstelle in einem sorgsam gestalteten Biotop. Wer hier mehr Gartenfläche hat, kann anders vorgehen. Er kann sich einen selbstreinigenden Schwimmteich anlegen (lassen). Je größer dieser ist, desto sauberer ist er auch ohne brummende Filter und Chemikalien. Außerdem macht er nicht nur optisch wirklich etwas her und hat durch die Größe einen riesigen Spaß- und Nutzwert, sondern nützt allen Gartenbewohnern – nicht nur denen, die das Grundstück gekauft haben.

stock.adobe.com © visiopix_de
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4. Ein echtes Gartenbiotop

Warum gehen NABU und ähnliche Umweltschutzorganisationen so vehement gegen Steingärten vor? Weil diese „Gärten“ eine der naturfernsten Optionen überhaupt sind. Eine aus Sicht von Flora und Fauna vergeudete Fläche, eine Brache – von denen es auch im ländlichen Sachsen deutlich zu viele gibt.

Doch nur mit richtig viel Gartenfläche ist es möglich, ein Biotop zu erschaffen, das wirklich „wertvoll“ aus Umweltsicht ist. Und das ist weder schwierig noch teuer oder aufwendig – einen klassischen „Menschengarten“ zu erschaffen ist meist deutlich teurer. Der entspannende Langzeiteffekt: Trotz der Größe macht ein solcher Garten kaum Arbeit, weil er sich selbst reguliert.

5. Die naheliegendste Naherholungszone

Warum fahren Menschen in Urlaub? Warum boomt der Sachsen-Tourismus? Ja, natürlich auch, um einmal etwas anderes zu sehen. Aber zumindest für typische Strand- und Natururlauber zählt meist, dass sie einfach in ruhiger Umgebung die Seele baumeln lassen können – weil sie es zuhause nicht können.

Doch das geht tatsächlich sehr wohl. Es braucht eben nur etwas mehr als die übliche Gartenfläche. Auch hier lässt sich mit geschickter Gestaltung sicherstellen, dass weder die Nachbarn noch das eigene Haus sichtbar sind – womit der Kopf ganz ähnlich abschalten kann wie beim Urlaub auf der anderen Seite des Globus.

6. Weniger Haus = weniger Zivilisationslast

Mehr Garten bedeutet für viele automatisch weniger Hausfläche. Wer allerdings glaubt, dass dies ein Mangel wäre, irrt wahrscheinlich. An dieser Stelle sei auf jenen bekannten Trend namens Tiny Houses verwiesen. Warum tun Menschen sowas? Weil sie erkannt haben, dass mehr Wohnfläche sehr oft nur dazu führt, dass man sich mit mehr unnötigen Dingen belädt – Sachen, die viel Geld kosten, die aber nicht wirklich glücklich machen.

Zumal es ja nicht einmal ein solches Mini-Extrem sein muss. Nehmen wir einen Klassiker aus alten Tagen, das standardisierte DDR-Eigenheim EW-58. Auf etwa 70 Quadratmeter Wohnfläche konnten hier vier bis sechs Menschen problemlos leben. Heute hingegen haben typische Einfamilienhäuser längst das Doppelte – ohne dass sie merklich wohnlicher wären.

Auch hier gibt es einen weiteren angenehmen Nebeneffekt, wenn man auf etwas Haus zugunsten von mehr Garten verzichtet: Die Einrichtung ist günstiger, es ist weit weniger zu putzen und man verspürt nie den Drang, leere Fläche dringend füllen zu müssen.

7. Ein sicheres Kinderparadies

Warum gibt es in den allermeisten Neubaugebieten wenigstens einen großen Kinderspielplatz? Weil es hinter den wenigsten Häusern genügend Platz gibt, um dort mehr als einen Sandkasten, eine Schaukel aufzustellen. Und selbst wenn: leise geht es dabei selten zu. Dementsprechend ist dieser Garten für die Kids deutlich limitiert.

Es geht aber auch ganz anders. Und einmal völlig abgesehen davon, dass ein großer, naturnaher Garten auch ohne viele Spielzeuge ein riesiger immer neu aufregender Abenteuerspielplatz ist, so lässt sich feststellen, dass es wohl keinen sichereren Outdoor-Bereich für den Nachwuchs gibt. Hier kann er ohne elterliche Aufsicht spielen, stromern, frei sein. Dennoch müssen Mama und Papa sich niemals um Fremde und andere Risiken sorgen – die Rasselbande ist ja daheim; hinten, im Garten.