Das Dresdner Architekturbüro Knerer und Lang hat den Realisierungswettbewerb für den Umbau der denkmalgeschützten Robotron-Kantine gewonnen. Das markante Gebäude zwischen Altstadt und Großem Garten soll ein offenes und flexibel nutzbares Kunst- und Kulturzentrum werden – als zeitgemäßes Beispiel für nachhaltiges Bauen und Wieder- und Weiterverwendung.
Zwölf Büros im Wettbewerb – überzeugendes Konzept setzt sich durch
Das in Dresden gegründete Büro mit Stammsitz in München setzte sich in dem Realisierungswettbewerb, zu dem die Stadt zwölf Architekturbüros eingeladen hatte, durch. Das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Susanne Wartzeck, Mitglied der Gestaltungskommission der Stadt, überzeugten beim Siegerentwurf die flexiblen Raumkonstellationen im Grundriss sowie die konsequente Umsetzung des Prinzips der Wieder- und Weiterverwendung.

So sieht das Siegerszenario von Knerer und Lang Architekten für Saal B aus.
In ihrer Begründung hob die Jury hervor: "Das Vorhandene soll sowohl mit seiner ursprünglichen Entwurfsidee, dem architektonischen Konzept, der Materialität und den Erinnerungen an die Zeit der Kantinennutzung weiterleben, als auch die 'kulturelle Energie' der Zeitschicht danach nicht vergessen." Überzeugend sei auch die Auseinandersetzung mit der gesetzten Kostengrenze.
Die Entwürfe der Knerer und Lang Architekten für die Fassade der Robotron-Kantine.
Sechs Millionen Euro für das Projekt – Bundesförderung gesichert
Der Wettbewerb ist mit der Förderung des Projekts im Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" in Höhe von vier Millionen Euro verknüpft. Das Projekt war 2024 als eines von nur 17 bundesweit für die Förderung ausgewählt worden. Mit dem Investitionsprogramm fördert der Bund seit 2024 zukunftsweisende Vorhaben im Bereich Städtebau und Stadtentwicklung.
Auch im Umfeld der Kantine soll die Aufenthaltsqualität unter anderem durch Kiosk-Cafés erhöht werden.
Die finanziellen Mittel setzen sich zusammen aus vier Millionen Euro Bundesförderung, 1,5 Millionen Euro privater Spende der Familie Arnhold und 612.000 Euro Eigenmitteln der Stadt Dresden – insgesamt rund 6,1 Millionen Euro.
Nachhaltigkeit und Low-Tech als Leitprinzipien
Mit dem Kunst- und Kulturzentrum entsteht ein ganzjährig bespielbares Gebäude, das auch durch die Nutzung vorhandener technischer Ausstattung agieren will. Zum nachhaltigen Konzept zählen zirkuläres Bauen, Suffizienz mittels thermischer Zonierung, Low-Tech-Prinzipien, Klimaresilienz und die Gewinnung erneuerbarer Energien. Suffizienz – abgeleitet vom lateinischen "sufficere" (ausreichen, genug) – ist eine Nachhaltigkeitsstrategie, bei der die Frage "Wieviel Konsum brauchen wir und warum?" im Vordergrund steht.
Mit der Umnutzung wird ein langjähriger Raumbedarf der Kunst- und Kulturszene erfüllt und an einer Adresse vereint. Eine Optimierung organisatorischer und fachlicher Abläufe soll die wirtschaftliche Bilanz verbessern.
Weitere Preisträger und hohe Qualität der Entwürfe
Den zweiten Preis gewann das Berliner Büro Hütten & Paläste, Schönert Grau Architekten PartG mbB mit Alexander Poetzsch Architekturen BDA aus Dresden. Mit dem dritten Preis ist die Arbeitsgemeinschaft von Heine Mildner Architekten PartG mbB und Architekten Kunze Reisnecker PartG mbB, beide Dresden, prämiert. Anerkennungen gingen an meyer-bassin und partner, freie architekten bda PartG mbB aus Dresden sowie an AUKETT + HEESE GmbH, Berlin. Die Jury lobte die insgesamt sehr hohe Qualität der eingereichten Beiträge.
Dachsanierung startet im Sommer 2026
Die Wettbewerbsergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Planung zur Revitalisierung der Robotron-Kantine. In einem ersten Schritt zur dauerhaften Nutzbarkeit des Denkmals startet im Sommer 2026 die Dachsanierung.
Alle Entwürfe im Stadtforum ausgestellt
Alle Wettbewerbsentwürfe sind von Dienstag, 10. Februar, bis Sonntag, 22. Februar 2026, in der Agora des Stadtforums zu sehen: Montag bis Freitag jeweils 9 bis 18 Uhr, Waisenhausstraße 14, 01069 Dresden.