Magdeburg nach Kantersieg: «Ab heute über Bayern sprechen»
Vier Heimsiege in Serie und der höchste Sieg in der 2. Bundesliga in der Vereinsgeschichte - der 1. FC Magdeburg hat vor dem Pokalspiel beim deutschen Rekordmeister FC Bayern an diesem Mittwoch (20.45 Uhr) Mut und Entschlossenheit getankt. Mit dem 6:1 (1:0) über den Karlsruher SC und zwei aufgestellten Vereinsrekorde reisen den Elbestädter als Zweitliga-Spitzenteam an die Isar. «Wir haben das Thema Bayern München bisher nullkommanull behandelt. Ab heute können wir über Bayern sprechen. Wir werden das Spiel genießen», kündigte FCM-Trainer Petrik Sander an. «Viele Jungs kennen das Fluidum in der Allianz-Arena noch nicht und werden schon ein bisschen gucken, weil es eine kleine andere Welt ist», ergänzte der 64-Jährige. Die Erfahrung Allianz-Arena haben beim FCM unter anderem Alexander Nollenberger, Roko Simic, Herbert Bockhorn und natürlich Bayern-Leihgabe Felipe Chavez schon einmal gemacht. Für die Mehrzahl der Spieler ist die Auswärtsfahrt zum deutschen Rekord-Pokalsieger eine Premiere. Dass die Magdeburger den Ausflug dennoch nicht als Kaffeefahrt ansehen, machte nicht nur Trainer Sander deutlich. «Auch da stehen nur elf Gegner auf dem Platz, die auch nur Fußball spielen. Dann muss man sehen, was man in die Waagschale werfen kann. Ich freue mich auf das Spiel», sagte Sander, der auch schon in der Bayern-Spielstätte antreten durfte - 2006 unterlag er mit Energie Cottbus 1:2. FCM-Abwehrchef Anselmo García MacNulty betonte, die Mannschaft freue sich sehr auf das Spiel «und warum nicht auch einen Sieg? Wenn du Fußballer bist, willst du immer gewinnen - und das ist auch unsere Mentalität.» Neben der guten Form, in der sich der FCM befindet, spricht auch die Pokalgeschichte für eine interessante Partie. Im einzigen Pflichtspiel gegen die Münchner nach der Wiedervereinigung feierten die Magdeburger - damals Viertligist - im November 2000 einen sensationellen Sieg nach Elfmeterschießen und warfen den Titelverteidiger aus dem Pokal. Und: Rekord-Pokalsieger sind die Magdeburger ebenfalls. Siebenmal gewannen die Elbestädter den FDGB-Pokal in der DDR. «Wir fahren mit breiter Brust nach München zu einem Bonusspiel», sagte Sportdirektor Peer Jaekel. Den von den euphorisierten Magdeburger Fans geforderten Auswärtssieg «projiziere ich für mich vor allem auch auf Darmstadt», blieb Jaekel hinsichtlich des nächsten Gegners in der Liga zurückhaltend. Doch auch der Sportdirektor betonte: «Wir fangen bei null zu null an, zeigen Woche für Woche, dass wir gefährlich sein und im tiefen Block verteidigen können. Genau das wollen wir auch dort zeigen. Es nicht so, dass wir irgendwas abschenken.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenEinige Spieler mit Allianz-Arena-Erfahrung
Magdeburg mit besonderer Pokalgeschichte