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Sommerhitze bremst Bienen - Völkerzahl geht zurück

Sommerhitze bremst Bienen - Völkerzahl geht zurück
Nach jahrelangem Boom geht die Zahl der Imker und Bienenvölker in Sachsen zurück. (Archivbild) / Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
Die Sachsen haben weit mehr Appetit auf Honig, als hierzulande geerntet wird. Und die Zahl der Bienenvölker ist zuletzt gesunken. Das sind die Gründe.

Sachsens Imker blicken auf eine gute Honigernte, doch die Hitze hat ihren Bienenvölkern zugesetzt. Im Sommer sei das Angebot an Pollen in der Natur zeitweise sehr knapp gewesen. «Durch die Hitze waren viele Pflanzen vertrocknet und es hat wenig geblüht», erläuterte der Vorsitzende des sächsischen Imkerverbandes, Michael Hardt. «Bienen brauchen Pollen für die Aufzucht ihrer Brut.»

Deswegen hätten viele Völker eine Brutpause eingelegt. Zudem hätten sie an heißen Tagen viel Energie verbraucht, um Wasser zu holen und ihren Stock zu temperieren. Dadurch wurde mehr Honigvorrat selbst verbraucht. 

Expertin: «Sehr gutes Trachtjahr»

Mit der Honigernte können die meisten Imker dennoch zufrieden sein. Laut einer bundesweiten Online-Erhebung, an der sich auch mehr als 100 Imker aus Sachsen beteiligten, wurden im Freistaat im Schnitt 46 Kilogramm Honig pro Volk geerntet - 23,3 Kilogramm im Frühjahr und 22,7 Kilogramm im Sommer. Das war jeweils mehr als im Bundesschnitt. 

Generell sei 2026 im Vergleich zu den Jahren zuvor «ein sehr gutes Trachtjahr», erklärte die Leiterin des Fachzentrums Bienen und Imkerei, Saskia Wöhl. Die Einrichtung in Rheinland-Pfalz hat die Online-Umfrage durchgeführt. Auch Sachsens Imkerverband befragt seine Mitglieder zum Honigertrag. Die Ergebnisse dazu würden aber frühestens Anfang November vorliegen, hieß es.

Sachsen importiert Tausende Tonnen Honig

Fakt ist: Der Hunger auf Honig ist im Freistaat größer, als hierzulande von Imkern geschleudert und abgefüllt wird. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes wurden voriges Jahr 3.733 Tonnen Honig importiert und nur 10 Tonnen ins Ausland verkauft. Die größten Mengen kommen aus Argentinien, der Ukraine und Chile. Zugleich haben größere Imkereien zuletzt Probleme gehabt, ihren Honig über den Großhandel zu vermarkten, berichtet Hardt. «Sie können nicht mit billigem Importhonig konkurrieren.» 

Das sei ein Grund, warum die Zahl der Bienenvölker spürbar zurückgegangen sei. 2025 waren der Tierseuchenkasse knapp 61.000 Völker gemeldet. Darin sind auch Imker enthalten, die nicht Mitglied in einem Verein sind. Damit ist die Zahl seit dem Höchststand 2023 mit 69.200 Völkern das zweite Jahr in Folge gesunken. 

Wegen der Absatzprobleme über den Großhandel hätten einige größere Imkereien ihre Völker reduziert, erklärte Hardt. Den Imkern bleibe hauptsächlich die Direktvermarktung, um ihren Honig an den Mann und die Frau zu bringen. Zum anderen ist der Trend zum Imkern offensichtlich gesättigt. Das zeigt sich auch daran, dass die Zahl der Menschen, die Bienen halten, nach jahrelangem Zuwachs zuletzt gesunken ist. Bei der Tierseuchenkasse waren 2025 knapp 8.500 Bienenhalter in Sachsen gemeldet. 

Genaues Herkunftsland muss auf Honigglas stehen

Seit Mitte des Jahres müssen die Herkunftsländer von Honig auf dem Etikett genau ausgewiesen werden. Dadurch erhalten Verbraucher besser Auskunft zu dessen Ursprung. Bisher waren oft nur allgemeine Angaben wie «Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern» zu lesen. Bringt das Auftrieb für heimischen Honig? Sachsens Ober-Imker Hardt äußerte sich skeptisch: «Wer Honig aus Deutschland kaufen will, konnte das schon bisher.» Dazu verweist er etwa auf das geschützte Warenzeichen «Echter Deutscher Honig» des Deutschen Imkerbundes. «Wer Billighonig kauft, wird das auch weiterhin tun», befürchtete er.

Der Preis für sächsischen Honig direkt vom Imker variiere regional, so Hardt. In Städten sei er meist teurer als auf dem Land. Zudem müsse für ausgewählte Sorten wie Linde, Robinie oder Waldhonig in der Regel mehr gezahlt werden als für Mischungen wie Frühjahrs- oder Sommerblüte. 

Das sei vor allem eine Frage von Angebot und Nachfrage, erläuterte Hardt. «Blütenmischhonige gibt es einfach mehr.» Letztlich stünden sie aber für Blütenvielfalt in der Landschaft. Auch wenn der Preis regional schwankt, gibt Hardt auf Nachfrage eine Empfehlung: Aus seiner Sicht sollten Imker in Sachsen ihren Honig nicht unter 7,50 Euro für das 500 Gramm-Glas verkaufen.

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