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Auf hoher See und untertage bringen Frauen Unglück

Wofür eine Panne so gut ist
Glück tu dich auf - für alle, die sechs Tage in der Woche arbeiten und dabei einen Zentimeter vorwärtskommen.
Warum sich die Oberen für die Mettenschicht degradieren ließen
Der Sagenpfad

Wofür eine Panne so gut ist
Glück tu dich auf oder kurz, Glück auf. So grüßen sich auch in Freiberg die Bergleute seit dem 12. Jahrhundert. Und hätten nicht Kaufleute auf der damaligen Salzstraße an der richtigen Stelle eine Panne gehabt, wer weiß, wie viele Jahre später in dieser Gegend Silber gefunden worden wäre. Doch der Stein, mit dem sie ihr Fuhrwerk hielten, glänzte und war schwer. Sie nahmen ihn mit und ließen den Stein in Goslar untersuchen. Was für ein (P)Fund. Der Brocken bestand aus 87 Prozent reinstem Silber.
Glück tu dich auf - für alle, die sechs Tage in der Woche arbeiten und dabei einen Zentimeter vorwärtskommen.
Otto von Wettin hatte nach dem Bekanntwerden dieses Fundes jedem Bergmann erlaubt, Stollen zu treiben. So entstanden rund 1200 Erzgänge. Doch wer die 6-Tage-Woche nicht einhielt und drei Tage hintereinander nicht in den Berg ging, hatte sein Schürfrecht verwirkt. Aufgrund der Abgaben, die jeder Bergmann zu entrichten hatte, nannte sich Otto bald der Reiche. Bis 1969 wurden 7.000 Tonnen reines Silber zu Tage gefördert. Auf einem halben Quadratmeter kam ein Bergmann pro Tag einen Zentimeter vorwärts. Eingeschlagene Jahreszahlen zeugen davon, dass ein Stollen pro Jahr etwa zwölf Meter in den Berg getrieben wurde.
Warum sich die Oberen für die Mettenschicht degradieren ließen
Am letzten Arbeitstag des Jahres, einen Tag vor Weihnachten feierten die Bergleute die Mettenschicht. Zuerst blieben sie unter sich. Doch da sie alle arm waren, gabs auch nicht so viel zu essen. Die Mettenschicht ist aber das feierlichste Ereignis der Bergleute, nicht der Oberen. Also ließen sich jene degradieren und fuhren für diesen Tag als einfache Bergleute ein und zahlten die Zeche.
Diese und noch viel mehr Geschichten erzählt Peter Richter, ehemaliger Hauer auf seinen Führungen durch den Berg. Der Richter, Peter, wie er sich selbst vorstellt, räumt dabei auch mit dem Aberglauben auf. In Freiberg haben auch Frauen unter Tage gearbeitet. Doch die reine Bergmannsarbeit am Bohrhammer zum Beispiel war einfach viel zu schwer für die Frauen. Bei 120 Dezibel sind vielen Männern nicht nur das Gehör, sondern auch die Handgelenke ob der Vibrationen kaputtgegangen.

Der Sagenpfad
Heute gehen Besucher zwischen 90 Minuten oder auch fünf Stunden mit fachkundigen Bergleuten durch den Schacht. Alle sehen dabei recht zünftig aus mit Gummistiefeln, Overall, Helm und Geleucht. Einmal drücken, bringt kleines Licht, zweimal drücken großes und beim dritten Drück ist Schicht im Schacht, es ist dunkel. Der Richter, Peter garantiert, dass sich Fremde verlaufen würden, weil es ja keine markanten Anhaltspunkte gibt. Allergiker allerdings atmen auf. Hier gibt’s reinste Luft, keinen Staub und keine Pollen bei einer relativen Luftfeuchte von 98 Prozent.
Ganz neu konzipiert ist der Sagenpfad. An ausgewählten Tagen werden Geschichten von Berggeistern und Kobolden, Bodenschätzen und Bergmannssagen erzählt.
Alle Details gibt’s auf der Seite des Besucherbergwerkes