Dünger wird teurer, die Auflagen strenger - und gleichzeitig bleibt das Nitrat im Grundwasser vielerorts ein Problem. Für Landwirtinnen und Landwirte in Sachsen und Sachsen-Anhalt spitzt sich damit ein Konflikt zu: Weniger düngen für Umwelt und Wasser - oder genug düngen für Ertrag und Einkommen?
Mitten in dieser Debatte läuft bis einschließlich Sonntag die Landwirtschaftsmesse Agra in Leipzig - ein Treffpunkt für Branche, Politik und Wissenschaft. Dort geht es unter anderem um neue Technik, effizientere Düngung und die Zukunft der Landwirtschaft. Doch die zentrale Frage reicht weit über die Messehallen hinaus.
Kann die Landwirtschaft gleichzeitig weniger düngen, wirtschaftlich überleben - und unabhängiger von globalen Krisen werden?
Die Ausgangslage ist widersprüchlich. Einerseits ist Stickstoff unverzichtbar für hohe Erträge. Andererseits landet ein Teil davon im Grundwasser. «Im Mittel wird mehr Stickstoff gedüngt, als durch die Pflanzen entzogen wird», sagt der Bodenforscher Hans-Jörg Vogel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.