Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff auf dem Flughafen Halle/Leipzig spricht aus Sicht des Russland-Experten Matthias Uhl nur auf den ersten Blick manches für eine mögliche Aktion russischer Geheimdienste. «Allerdings gibt es auch Fragen, die eine mögliche russische Beteiligung in Zweifel stellen», sagte Uhl der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Weil Moskaus Agenten im Westen unter strenger Beobachtung stünden, «dürfte es schwierig sein, eine so komplizierte Operation von dort aus zu steuern», sagte Uhl, der ein Buch über den Militärgeheimdienst GRU geschrieben hat.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit. Ein konkreter Verdacht ist nicht bekannt.
Zwar könnten russische Nachrichtendienste sogenannte Wegwerf-Agenten leicht anwerben, es handele sich aber hier um eine komplexe Aktion, sagte Uhl weiter. «Die Beschaffung der nötigen Sprengstoff- und Zündmittel, aber auch deren Vorbereitung auf einen Einsatz erfordern entsprechende Spezialkenntnisse, über die nur ausgebildete Experten verfügen», erklärte er.