Der Rückzug der Olympia-Bewerbung Berlins hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sehr enttäuscht. «Das ist bitter, eine riesige verpasste Chance für Berlin», sagte der CDU-Politiker am Rande eines Papstbesuchs in Rom. Wahlen würden viel über Zukunftsperspektiven und Chancen entscheiden, betonte Kretschmer. «Und diese ist Berlin nun genommen.» Zwei Tage vor der Entscheidung über den deutschen Kandidaten hat Berlin seine Bewerbung zurückgenommen. Die Metropole wollte sich mit dem Konzept «Berlin+» gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Berlin galt vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Samstag hinter München und Köln-Rhein-Ruhr aber nur noch als krasser Außenseiter. Für die Kosten der Bewerbung hatte die Hauptstadt bis 2027 bis zu sechs Millionen Euro eingeplant. Das Scheitern in Berlin hat zahlreiche Gründe. Bei der Abgeordnetenhauswahl am vergangenen Sonntag wurde der schwarz-rote Senat, der die Pläne vorangetrieben hatte, abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und hatte bereits den Bewerbungsprozess samt Kosten kritisiert. Auch die Grünen, die voraussichtlich Teil einer Regierung werden, lehnen die Pläne ab. Zudem hatten die Prüfer des DOSB dem Berliner Olympia-Projekt am Dienstag ein schlechteres Zeugnis als der Konkurrenz ausgestellt. Münchens Vorschlag erhielt vom DOSB in einer Bewertungsmatrix 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr bekam 85 - beide erhielten damit die Bewertung «sehr gut». Berlin erreichte 74,6 Zähler, das reichte für die Note «gut». Sachsen sei aber noch nicht aus dem Rennen, erläuterte Kretschmer. Mit dem Kanupark in Markkleeberg sei man an der Bewerbung von Nordrhein-Westfalen beteiligt. Diese verbindet ganz Deutschland. «Wenn man jetzt über 2040 reden würde, also 50 Jahre deutsche Einheit, das wäre schon was.» Auch Sportminister Armin Schuster sieht Sachsens Chancen auf die Olympischen und Paralympischen Spiele mit der letzten gesamtdeutschen Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr und dem Co-Austragungsort Markkleeberg gewahrt. «Wir vertrauen darauf, dass die Bedeutung des ostdeutschen Anteils am Konzept Köln-Rhein-Ruhr im Entscheidungsprozess angemessen gewichtet wird, das wäre auch das notwendige gesellschaftspolitische Signal.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenLinke und Grüne gegen Olympia - schlechtere Noten als Mitbewerber
Hoffen auf Markleeberg