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Tipps für das richtige Verhalten bei Gewittern

24.06.2020 von

Foto: Bild von Ron Rev Fenomeno auf Pixabay
„Vor den Eichen sollst du weichen und die Fichten wähl‘ mitnichten, auch die Weiden musst du meiden, aber Buchen sollst du suchen.“ Dies ist eine alte Volksweisheit, die dumm ausgehen kann. Es ist nicht richtig, dass manche Baumarten öfter von einem Blitz getroffen werden als andere. Blitzeinschläge sind an den verschiedenen Baumarten nur unterschiedlich stark sichtbar.
An der glatten sowie gleichmäßig feuchten Rinde von Erle, Rosskastanie oder Buche „gleitet“ der Blitz in den Boden und hinterlässt kaum Spuren an der Rinde. Eine raue, dicke, möglicherweise auch noch moosbewachsene Rinde saugt dagegen das Wasser auf und ist aufgrund der tiefen Furchen nicht durchgängig feucht. Aus diesem Grund gleitet der Blitz nicht mehr oder weniger schadlos daran entlang. Bei Gewitter sollte man einen größtmöglichen Sicherheitsabstand zu allen Bäumen halten.

Nach wie vor existiert die weit verbreitete Formel, dass ein Gewitter so viele Kilometer von einem entfernt ist, wie Sekunden zwischen Blitz und Donner vergehen. Das kann überhaupt nicht stimmen, da Licht und somit der Blitz sich schneller bewegt als der Schall bzw. Donner. Nicht vollkommen präzise, jedoch ein guter Anhaltspunkt ist hier die Faustformel „Sekunden geteilt durch drei“. Wenn man zum Beispiel sechs Sekunden zwischen Blitz und Donner zählt, hat das Gewitter eine Entfernung von zwei Kilometern.

Sollte man sich nicht irgendwo schützend unterstellen können, dann geht man mit geschlossenen Beinen in die Hocke, legt die Arme in die Knie und senkt den Kopf. Mit dieser Körperhaltung macht man sich so klein wie möglich und verringert dadurch die sogenannte Schrittspannung. Damit ist die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten im Bodenbereich gemeint, welcher von starkem Strom durchflossen wird.
Wenn man die Füße ohne Zwischenraum direkt nebeneinanderstellt, kann folglich keine oder kaum eine Schrittspannung aufgebaut werden. Aufgrund der Schrittspannung ist es besser mit geschlossenen Beinen zu hüpfen oder sich, falls dies nicht möglich ist, mit Trippelschritten in Sicherheit zu bringen als zu gehen oder sogar zu laufen.

Fahrrad, Wanderstock oder andere Sachen aus Metall sind in einiger Entfernung abzulegen, weil Metall Elektrizität besonders gut leitet. Man sollte sich auf keinen Fall an eine Felswand drücken, auch wenn dies naheliegend erscheint. Es wird hier ein Abstand von mindestens einem, jedoch besser drei Metern empfohlen. Wenn man in einer Höhle Zuflucht findet, sollte man sich von der Decke und den Wänden fernhalten, weil sich durch das Gestein ein Stromschlag entladen kann.

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