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Insektenparadies für Garten, Haus und Balkon

Bild von Hermann Kollinger auf Pixabay
Bild von Hermann Kollinger auf Pixabay

Insekten sind Nahrungsquelle für andere Lebewesen, bestäuben aber auch Blumen, Obst und Gemüse. Durch blütenleere Landschaften verschwinden sie. Im Garten oder auf dem Balkon kann man ihnen jedoch ganz einfach helfen. Durch Kräuter und Blumen werden Falter, Wildbienen & Co. mit Nahrung versorgt. Wo sich Insekten wohlfühlen, werden sich auch Vögel, Spitzmäuse und Kröten einstellen.

Bei uns gibt es über 500 heimische Wildbienenarten, jedoch kennt sie kaum einer. Die meist sehr kleinen Arten leben nicht im Schwarm, sondern als Einzelgänger. Sie stechen sehr selten oder kaum spürbar, da sie keinen Staat zu verteidigen haben. Es ist wichtig, dass man genug Nistmöglichkeiten und Bienenpflanzen hat, da die Tiere zwischen Kinderstube und Trachtpflanzen oft nur 50 Meter fliegen. Durch das Ansiedeln von Bienen sowie anderen Bestäuberinsekten erhöht sich die Bestäubungsrate von Fruchtsträuchern, Obstbäumen und Gemüsepflanzen. Zudem lassen sich hier auch Fruchtgröße und Qualität von Birnen, Äpfeln, Zwetschgen, Himbeeren oder Kirschen steigern.
Honigbienen laden ihre Taschen an den Hinterbeinen mit Pollen, stärken sich mit Nektar und fliegen mit schwerer Ladung Richtung Heimat. Es werden nur fremde Pollen zurückgelassen, welche die besuchten Pflanzen bestäuben. Honigbienen brauchen als Nutztiere umsichtige Imker, die sie in komfortablen Magazinbeuten einquartieren sowie vor Varroa-Milben schützen. Ihre Waben füllen sie mit reichlich Honig. Das Imkern funktioniert auch gut im Garten, besonders von Frühling bis Herbst, wenn rundherum viel blüht.

Wild- und Honigbienen sowie andere Insekten benötigen pollen- und nektarreiche Trachtpflanzen wie Obstbäume, heimische Sträucher sowie Stauden und Blumen mit ungefüllten Blumen. Gefüllt blühende Züchtungen und pollenfreie Sorten wie Sonnenblumen werden nicht angesteuert. Ideal ist eine Wildblumenwiese mit einem großen Kräuteranteil. Pflanzen wie Zauberschnee, Verbene, Löwenmäulchen, Goldmarie, Fächerblume und Kapuzinerkresse werden genauso heftig umschwärmt wie Lavendel, Margeriten und Wandelröschen.
Im zeitigen Frühling werden die ersten Hummeln und Bienen mit Hasel- und Weidengehölzen versorgt. Ein wahres Eldorado gibt es für die Tiere zur Obstblüte. Bald darauf folgen Ginster, Felsenbirne, Rosen, einfachblühender Flieder und Beerensträucher. Noch bis spät ins Jahr blühen Blauraute, Skimmie und Schmetterlingsflieder.  Von Pollen und Nektar ernähren sich außer Bienen noch viele andere Insekten wie Schmetterlinge, Käfer und Schwebfligen und bestäuben dabei die Blüten. Larven von Schweb- und Florfliegen vertilgen Blattläuse.  Für ein Insektenbeet eignen sich zum Bespiel Gartensalbei, Wermut und Blutweiderich aber auch Zierlauch, Verbene sowie Glockenblume. Im Kräutergarten laden frühblühender Thymian, Katzenminze und Lavendel an die Nektarbar. Purpursonnenhut, Astern, Storchschnabel, Sonnenbraut, Mädchenauge und Phlox weisen als Nächstes eine pollenreiche Pracht auf. Im Sommer blühen Blutweiderich, Kugeldisteln und Fetthennen.

Viele Wildbienen bauen ihre Bruthöhle in Sand oder verschließen ihre Brutröhrchen in Bohrlöchern und Fugen mit Lehm. In die Pflasterfugen kann man deshalb Sand kehren oder bewusst sandige und karg bewachsene Flächen zulassen. Trockenmauern können ohne Mörtel errichtet und einige Stellen mit Lehm verputzt werden. Ein Trog mit sandig-lehmiger Erde zieht auch verschiedene Bienenarten an. Diesen kann man locker mit Kräutern, Glockenblumen oder Wicken bepflanzen. Im Winter können Steine oder trockene Stängel stehen gelassen bzw. Gehölzschnitt oder Steine in einer Gartenecke gehäuft werden. Nisthilfen wie Insektenhotels sorgen dafür, dass Nützlinge und Wildbienen im Garten bleiben.
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