Die Universitätsschule wird eine der beiden ersten öffentlichen Gemeinschaftsschulen in Dresden. Dafür stimmte der Stadtrat am 25. November 2021 mehrheitlich. Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2022/23 lernen an der Universitätsgemeinschaftsschule die Schüler:innen vom 1. bis zum 12. Jahrgang gemeinsam. Am 22. Januar 2022 informiert die Schulgemeinschaft beim virtuellen Tag der offenen Tür auch über die Veränderungen durch diesen bemerkenswerten Fortschritt für den deutschlandweit einmaligen Schulversuch.
Beim längeren gemeinsamen Lernen werden die Kinder nicht bereits nach der vierten Klasse getrennt, sondern haben deutlich länger Zeit, ihren individuellen Bildungsweg zu finden. Damit entfällt die Bildungsempfehlung für den weiteren Weg ab Klasse 5 auf die Realschule oder Gymnasium. So können die Schülerinnen und Schüler – vor allem in Projektarbeit – unter einem Dach auf verschiedenen Anforderungsniveaus lernen. Die Jahrgänge 4 bis 6 haben eine orientierende Funktion und die Jahrgangsstufen 11 und 12 bilden die gymnasiale Oberstufe.
Aus 2 mach 1 – Erleichterung für die Schulorganisation
Gegründet wurde die Universitätsschule Dresden als Grund- und Oberschule mit einem geplanten Aufwuchs bis zu 800 Schülerinnen und Schülern zu einem Zeitpunkt, als die Schulform Gemeinschaftsschule in Sachsen noch nicht existierte. Kritisch diskutiert wurde im Stadtrat die im Sächsischen Schulgesetz bestimmte Vierzügigkeit der Jahrgänge 5 bis 10 an Gemeinschaftsschulen. Dadurch wächst die Schüler:innenschaft auf ca. 1.000 Kinder und Jugendliche. Dies bedeutet einen höheren Platzbedarf, bietet aber auch mehr Oberschul- und Gymnasialplätze im Dresdner Süden – ohne Schulbezirkspflicht laut der sächsischen Schulordnung Gemeinschaftsschulen. Noch leitet Grundschuldirektorin Maxi Heß die Universitätsoberschule kommissarisch, stellt nun mit Blick auf die Veränderung fest: „Die Umwandlung von zwei einzelnen in eine gemeinsame Verwaltungseinheit wird uns die Umsetzung des bereits gelebten Alltags einer Gemeinschaftsschule, z.B. bei der Ressourcenplanung, wirklich erleichtern. Bereits im März hat sich die Schulkonferenz eindeutig für die Umwandlung ausgesprochen. Die Schulgemeinschaft freut sich darauf, diesen Schritt gemeinsam zu gestalten.“
Die größte Herausforderung bei der Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule ist der größere Raumbedarf. Berits im kommenden Schuljahr ist das Gebäude aus den 1980er Jahren zu klein für die wachsende Schulgemeinschaft - auch ohne vierzügige Oberstufe und Sekundarstufe II. Um einen angemessenen Neubau zu ermöglichen, haben Eltern und Wissenschaftler:innen im Frühjahr 2021 die Aktion #PixelSpenden fürs #LernhausUnischule zum Sammeln von Unterschriften und Spenden gestartet. Auf der Schulwebseite zum Lernhaus finden sich dazu aktuelle Informationen. Die Spendenwebseite bausteine.universitaetsschule.org und Petition "Schule der ZUkunft braucht ein Lernhaus der Zukunft" sind weiterhin online verfügbar.