Aufstiegshoffnung trifft Abstiegsangst
Aufstieg gegen Absturz! Wenn der Tabellen-Vierte Hannover 96 auf Schlusslicht Dynamo Dresden trifft, ist eigentlich Feuer garantiert. Doch im Niedersachsenstadion bekamen die Fans am Samstagmittag vor allem eines serviert: zähe Fußballkost.
Die 96er gingen mit breiter Brust in die Partie. Vier Siege in Serie hatten die Hannoveraner zuletzt eingefahren. Mit einem weiteren Dreier winkt weiter Kontakt zu den Aufstiegsrängen. Ganz anders die Lage bei Dynamo: Nach gutem Jahresstart setzte es zuletzt ein 1:2 gegen SV Elversberg. Der Absturz auf den letzten Tabellenplatz war die Folge.
Frühe Halbchance – dann viel Mittelfeld
Los ging’s durchaus vielversprechend: In der 4. Minute segelte eine Flanke von rechts in den Strafraum, Ceka fand Hauptmann doch beim Abschluss rutschte ihm der Ball über den Schlappen. Eine erste Annäherung, mehr aber auch nicht.
Danach? Viel Stückwerk, viele Zweikämpfe, kaum Tempo. In der 11. Minute warteten die Zuschauer noch immer vergeblich auf echte Torraumszenen. Das Spielgeschehen spielte sich überwiegend zwischen den Strafräumen ab.
In Minute 16 dann ein kleiner Hoffnungsschimmer: Aseko Nkili lupfte die Kugel gefühlvoll in den Sechzehner auf Yokota, der nur um Zentimeter verpasste. Gute Idee, knappe Geschichte aber erneut kein Abschluss mit echter Gefahr.
In der 22. Minute startete dann Oudenne zu einem starken Solo, ließ Gegenspieler stehen nur um dann mit einem viel zu weiten Pass auf die linke Seite alles zunichtezumachen.
Kaum Chancen, kaum Spektakel
Und so plätscherte die Partie dahin. Mehr Nennenswertes passierte nicht. Zwei Teams auf Augenhöhe, die sich neutralisierten allerdings auf überschaubarem Niveau.
Mit einem torlosen 0:0 ging es schließlich in die Kabinen. Der Unterhaltungswert? Deutlich ausbaufähig. Zwingende Torchancen? Mangelware. Das belegen auch die xGoals-Werte von 0,14 zu 0,29 mehr Statistik als Spektakel.
Für die zweite Hälfte ist also noch reichlich Luft nach oben. Sowohl für Hannovers Aufstiegshoffnungen als auch für Dresdens Kampf gegen den Absturz.
Viel Kampf, Drama um Tomiak – aber wieder keine Tore!
Nach einer trostlosen ersten Hälfte hofften die Fans von Hannover 96 und Dynamo Dresden auf Besserung im zweiten Durchgang.
Ohne Wechsel ging es in die zweiten 45 Minuten (46.). Das Bild änderte sich kaum: viel Einsatz, wenig Ertrag.
Elfer? Nicht mit Petersen!
In der 58. Minute wurde es erstmals brenzlig: Yokota ging im Strafraum im Duell mit Rossipal zu Boden. Ein leichter Trikotzupfer war zu erkennen, doch Schiedsrichter Petersen entschied sofort, weiterspielen! Keine Diskussion, kein VAR-Eingriff.
Fünf Minuten später die nächste Möglichkeit: Saad tankte sich links im Sechzehner durch und zog aus spitzem Winkel ab (63.). Doch Dresdens Keeper Schreiber war hellwach und parierte sicher
Auf der Gegenseite kombinierten sich Tomiak und Källmann sehenswert per Doppelpass durch (71.), Tomiak kam aus rund 13 Metern zum Abschluss wieder Endstation Schreiber. Der Dynamo-Keeper hielt sein Team in dieser Phase im Spiel.
Schockmoment um Tomiak
Dann der Aufreger des Spiels: In der 75. Minute prallte Tomiak mit Hannovers Schlussmann Noll zusammen. Der Defensivmann schrie vor Schmerzen, hielt sich Schulter und Arm. Minutenlang wurde er behandelt.
Unter Applaus der Zuschauer wurde Tomiak schließlich vom Feld getragen (79.), das Gesicht vor Schmerz verzerrt. Alles deutet auf eine Verletzung an der linken Schulter oder am Arm hin bittere Bilder in einem ohnehin zähen Spiel.
Zwölf Minuten Nachspielzeit – und plötzlich Chancen!
In der Schlussphase nahm die Partie nochmal Fahrt auf. Aseko Nkili setzte sich in der 85. Minute stark über rechts durch, spielte den Ball aber genau in die Arme von Schreiber.
Wegen der langen Unterbrechung gab es satte zwölf Minuten Nachspielzeit (90.+1) und tatsächlich wurde es nochmal wild!
In der 90.+4 Minute die Riesenchance für Hannover: Yokotas Flanke von rechts fand Thordarson, der aus fünf Metern frei zum Abschluss kam doch erneut war Schreiber zur Stelle und rettete spektakulär.
Kurz vor Schluss dann auch noch Dresden: Nach einem Standard aus dem Halbfeld von Faber köpfte Daferner den Ball in der 90.+12 links am Tor vorbei.
Dann war Schluss. Hannover und Dresden teilen sich die Punkte.
(DS)