Dynamo Dresden hat den ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Beim 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf sorgten ein Volleytor von Alexander Rossipal und ein Treffer von Vermeij für die sportliche Grundlage. Düsseldorf verkürzte spät durch Rasmussen, doch Dynamo rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
Doch trotz der wichtigen drei Punkte sollte der Abend aus völlig anderen Gründen in Erinnerung bleiben.
Stimmen zum Spiel: „Mindestens einer dieser Chancen muss rein“
Trainer Thomas Stamm war mit der Energie seiner Mannschaft grundsätzlich zufrieden, benannte aber auch die verschenkten Möglichkeiten:
„Wir haben gute Momente gehabt, auf beiden Seiten. Wenn du kurz vor der Pause führst, hilft dir das natürlich.“
Zur Chancenverwertung sagte er:
„Von den drei klaren Möglichkeiten – zweimal Nisse, einmal Lemmi muss mindestens einer drin sein. Dann steht es 3:0 und diese Dynamik am Ende kommt gar nicht erst auf.“
Trotz der hektischen Schlussphase zeigte sich Stamm erleichtert über den Sieg:
„Ich bin sehr stolz, mit welcher Energie wir es heute hinbekommen haben.“
Kurz darauf folgten jedoch die Ereignisse, die für den emotionalen Kollaps des Abends sorgten.
Schwerer Rückschlag: Grill rutscht aus und muss vom Feld getragen werden
In der Nachspielzeit kam es zu einem Schockmoment für Dynamo: Torhüter Lennart Grill rutschte auf dem nassen Rasen unglücklich weg.
Grill blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, wurde lange behandelt und schließlich auf der Trage vom Feld gebracht. Für die Schlusssekunden musste Feldspieler Casar ins Tor, da alle Wechsel bereits verbraucht waren.
Stamm zeigte sich besorgt:
„Bei Lennart sieht es nicht ganz so gut aus. Wir geben keine Wasserstandsmeldung ab.“
Die Stimmung im Stadion war in diesem Moment bereits gedrückt – doch der nächste Vorfall überlagerte sogar diese Verletzung.
Rassistischer Vorfall gegen Iyoha: Trainer Stamm wird deutlich
Während der Behandlung Grills kam es zu einem rassistischen Zwischenruf aus dem Dresdner Zuschauerbereich gegen Düsseldorfs Emmanuel Iyoha, der gerade an der Seitenlinie einen Einwurf ausführen wollte.
Iyoha meldete den Vorfall direkt dem Vierten Offiziellen Lasse Koslowski. Kurz darauf folgte eine Stadiondurchsage.
Thomas Stamm reagierte nach dem Spiel sichtlich getroffen, wütend und klar:
„Du würdest gern hier sitzen und sagen: nächster Dreier. Aber dieser Vorfall trübt alles extrem.“
Er richtete eine klare Botschaft an die Täter:
„Die Leute, die so etwas äußern, sollen bitte nicht mehr ins Stadion kommen.“
Und er forderte Zivilcourage:
„Die, die drumherum stehen, sollen beim nächsten Mal so mutig sein, dass man weiß, wer es ist.“
„Das hat hier gar nichts verloren, nicht nur in diesem Stadion, sondern grundsätzlich in unserer Gesellschaft.“
(PS)