Ein Elektroauto würde damit weiter fahren, weniger Energie verbrauchen und auch noch das Klima schonen. Möglich macht das ein Batteriegehäuse aus Kunststoff statt aus Metall. Entwickelt wurde es von Forschenden der Technischen Universität Chemnitz. Für diese Innovation haben sie jetzt den „JEC Innovation Award 2026" erhalten. Die Auszeichnung gilt als Oscar der Verbundwerkstoff-Branche und wurde in Paris verliehen. 154 Bewerbungen aus aller Welt gingen ein, nur 33 Teams schafften es ins Finale. In der Kategorie „Automotive and Road Transportation – Process" setzte sich die TU Chemnitz durch.
Das prämierte Projekt heißt „GroKuBat" und steht für „Großserienfähiges Kunststoff-Batteriegehäuse". Es beantwortet eine zentrale Frage der Autoindustrie: Wie lassen sich schwere Metallteile in Elektroautos durch leichtere und nachhaltigere Materialien ersetzen? „Mit diesem Erfolg demonstrieren wir eindrucksvoll, dass faserverstärkte Thermoplaste reif für die Großserie sind", sagt Prof. Wolfgang Nendel von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz. Thermoplaste sind Kunststoffe, die sich durch Erhitzen formen lassen. Werden sie mit Glasfasern verstärkt, sind sie besonders stabil.
Leichter, grüner und sicher
Die internationale Jury überzeugte vor allem das Gesamtpaket. Das neue Batteriegehäuse ist rund 15 Prozent leichter als ein vergleichbares Gehäuse aus Aluminium. Das klingt nach wenig, bedeutet aber für E-Autos eine größere Reichweite. Über den gesamten Lebenszyklus werden zudem die CO2-Emissionen um etwa 25 Prozent reduziert. Das liegt an der geringeren Masse, einere effizienteren Fertigung und der besseren Recyclingfähigkeit.
Auch auf die Sicherheit legten die Forschenden Wert. Umfangreiche Tests konnten bereits zeigen, dass das Kunststoffgehäuse alle strengen Anforderungen erfüllt.