Am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz hat Landtagspräsident Matthias Rößler vor neuem Antisemitismus gewarnt. «Leider ist die üble Wurzel des Antisemitismus nicht eingegangen, das zeigen die vielen judenfeindlichen Straftaten hier in unserem eigenen Land», sagte Rößler bei einer Gedenkfeier am Freitag in Chemnitz. «An die teils offenen, teils versteckten Provokationen, an Angriffe und Gewalt dürfen wir uns aber nicht gewöhnen.» Juden müssten in Sachsen sicher sein. «Denn nur so können wir beweisen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben.»
Vielerorts in Sachsen wurde am Freitag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Dazu legten Rößler und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus in Chemnitz Kränze nieder. An dem Gedenken nahmen zahlreiche Bürger sowie viele Schüler teil. Der Gedenktag konfrontiere mit einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, betonte der Landtagspräsident: «Er lässt uns in den Abgrund allen Bösen blicken: Der Geringschätzung menschlichen Lebens und seiner millionenfachen willkürlichen Vernichtung.»