Wegen der kurzfristigen und unerwarteten Kürzung des Finanzierungsbeitrags aus Sachsen plant das Ifo-Institut die Schließung seiner Niederlassung in Dresden für Mitte 2027. «Begründet wurde das vonseiten des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen mit der Notwendigkeit, im Gesamthaushalt zu sparen», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest laut einer Mitteilung. Trotz mehrerer, konstruktiv geführter Gespräche sei es nicht gelungen, eine tragbare Zukunftsperspektive zu finden.
Leiter: «Großer Schock»
«Für uns war das ein großer Schock», sagte Marcel Thum, Leiter der Niederlassung in Dresden. Die Stellen beim Ifo in Dresden sollen demnach komplett wegfallen, eine Verlegung in die Münchner Zentrale ist nicht vorgesehen. Unklar ist unter anderem noch wie es mit dem Geschäftsklimaindex weitergeht, mit dem das Ifo in Dresden kontinuierlich die Stimmung in der ostdeutschen Wirtschaft beobachtet.
Die 13 Mitarbeiter seien am Morgen informiert worden. Bei einem Großteil handelt es sich um Doktoranden. «Sie werden fertig promovieren, egal ob in Dresden oder in München», sicherte Thum zu. Auch für die restlichen Mitarbeiter werde man Lösungen finden. Das Ifo-Institut sei für Gespräche mit dem Finanzministerium weiterhin offen, so Thum. Innerhalb der nächsten Wochen könne man die Entscheidung bei einem «Sinneswandel in der sächsischen Regierung» noch rückgängig zu machen.