Logo Die Sachsen News

Spree droht Wassermangel – NABU fordert natürliche Lösungen

Spree droht Wassermangel – NABU fordert natürliche Lösungen
Auch die Spree hatte in diesem Sommer mit Niedrigwasser zu kämpfen - das war nicht zuletzt in der Talsperre Spremberg zu spüren. / Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
«Mit dem Kohle-Aus wird der Spree der Wasserhahn zugedreht», heißt es beim Naturschutzbund Deutschland. Der Klimawandel wird die Lage weiter verschärfen. Statt Technik sollen natürliche Lösungen her.

Die Anlieger der Spree müssen sich nach Einschätzung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) künftig an weniger Wasser im Flussbett gewöhnen. Nachdem der Fluss durch Begradigung, Vertiefung, Verbreiterung und Regulierung künstlich ausgebaut wurde, biete sich jetzt die Chance, wieder naturnähere Verhältnisse herzustellen, teilten die NABU-Landesverbände Berlin, Brandenburg und Sachsen in einer Erklärung zum Internationalen Tag der Flüsse an diesem Sonntag mit.

Der Mensch muss lernen, sich wieder anzupassen 

Die Renaturierung etwa durch Verkleinerung des Gewässerquerschnitts und die Wiederanbindung von Auen biete eine nachhaltige Alternative, hieß es. Die Auflassung künstlicher Gräben im Spreewald und ein vorübergehendes Trockenfallen von Gewässerabschnitten im Sommer seien unausweichlich. «Für die Natur sind diese, auch in der Vergangenheit schon vorgekommenen Phänomene weitaus weniger dramatisch als oftmals behauptet. In erster Linie muss der Mensch lernen, sich wieder an naturnähere Verhältnisse als in den letzten 150 Jahren anzupassen», so der Brandenburger NABU-Chef Björn Ellner.

Mit dem Kohle-Aus wird der Spree der Wasserhahn abgedreht

Die NABU-Landesverbände verwiesen darauf, dass mit dem Ende des Braunkohleabbaus in der Lausitz dem Fluss das Wasser auszugehen droht. Um die Wasserstände auszugleichen, wird die Spree seit Jahrzehnten mit dem sogenannten Sümpfungswasser aus dem Kohleabbau gespeist. Sowohl der Spreewald als auch Berlin hätten sich an die künstlich gesteigerten Wassermengen gewöhnt, hieß es. «Mit dem Kohle-Aus wird der Spree der Wasserhahn zugedreht», stellte der Berliner NABU-Chef Rainer Altenkamp klar. Der Klimawandel werde die Situation weiter verschärfen. 

NABU fordert natürliche statt technische Lösungen

Die NABU-Verbände appellierten daher an die Regierungen der betroffenen Bundesländer, die Folgen des Braunkohleabbaus nicht mit Technik zu kompensieren, sondern im gesamten Flussverlauf «naturbasierte» Lösungen umzusetzen und den Wasserrückhalt in der Fläche zu verbessern. «Eine nachhaltige Wasserpolitik muss die Einzugsgebiete der Flüsse insgesamt betrachten und darf Wasserprobleme nicht lediglich von einer Region in eine andere verlagern», mahnte Maria Vlaic, NABU-Vorsitzende in Sachsen. 

Überleiter aus der Elbe in der Kritik

Um den drohenden Wassermangel auszugleichen, wird seit längerem über eine Wasserüberleitung aus der Elbe in die Spree diskutiert. Das Vorhaben ist aber stark umstritten - nicht nur wegen der damit verbundenen Kosten. Auch die Elbe hat - wie sich in diesem Sommer deutlich zeigte - mit Niedrigwasser zu kämpfen. «Technische Lösungen wie Überleitungen sind reine Symptombehandlung und setzen nicht an der Ursache des Problems an», so Björn Ellner. Damit gingen enorme Eingriffe in Natur und Landschaft einher.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten