Freisprechung von Winzerinnen und Winzern: Sachsens Nachwuchs bleibt im Land
Ein großer Tag für vier Winzerinnen und vier Winzer aus sechs sächsischen Weingütern: im Festsaal der Hoflößnitz erhielten sie jetzt am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung ihre Zeugnisse – und als Zugabe zum Nachweis der abgeschlossenen Lehrzeit eine Flasche mit Goldriesling, der sächsischen Einzigartigkeit. Alle acht Winzerinnen (ich nutze in diesem Artikel bewusst nur die weibliche Form als Gegenpol zu einer der Festreden, wo nur von Winzern gesprochen wurde, aber die männlichen Kollegen sind natürlich mitgemeint) – also alle acht Winzerinnen bleiben nach der Ausbildung in Sachsen,und alle acht haben bereits eine feste Stelle.
Felix Hößelbarth, Hausherr der Hoflößnitz und Vorsitzender des sächsischen Weinbauverbandes, thematisierte die säschsische Sesshaftigkeit in seiner Begrüßungsrede sehr treffend: „Ich freue mich, dass dieses Jahr so viele Azubis im Gebiet bleiben, wie wir das schon lange nicht mehr hatten,“ sagte er und ließ dem Einsersits gleich eine wichtige andere Überlegung folgen: „Andererseits denke ich, ihr seid auch jung, nutzt also auch noch mal die Chance, woanders hinzugehen! Weinbau gibt’s fast überall auf der Welt, guckt euch an, wie die das dort machen, guckt euch das ab. Und dann ist aber auch wichtig, dass ihr irgendwann wieder nach Sachsen zurückkommt und dieses ganze Know-how, was ihr aufgesaugt habt, mit nach Hause bringt und zum Wohle des sächsischen Weinbau mit einbringt…“
Christian Kröling, Referatsleiter Obst-, Gemüse- und Weinbau im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, hatte jede Menge Goldriesling mitgebracht: einen aus dem Jahrgang 1992 („Der Wein ist wahrscheinlich ungenießbar, wenn wir den aufmachen. Aber er ist selten und rar.“) und für alle frisch gebackenen Winzerinnen je eine Flasche Goldriesling 2025 vom Pillnitzer Königlichen Weinberg. Bei dem haben alle der jetzt fertigen Winzerinnen während der Ausbildung selbst mit Hand angelegt. Deshalb bekam auch jede eine ganz persönliche Flasche – mit dem eigenen Namen auf dem Etikett.
„Ja, es war ein guter Jahrgang“, fasste Karin Schmidt, zuständig für die grünen Berufe im Landkreis, die Ergebnisse zusammen – und sie meinte nicht den in der Flasche (obwohl der auch sehr passabel war, sowohl in Menge wie in Qualität), sondern den Ausbildungsjahrgang. Einen bemerkenswert guten Notendurchschnitt von 2,49 konnte sie verkünden. Die offizielle Freisprechung und Aufnahme in den Winzerstand sprach dann am Ende der Veranstaltung nochmals Felix Hößelbarth – ab da waren sie nun, die Zeugnisse in der Hand, Winzerinnen und Winzer:
- Nele Keller (Weingut Karl Friedrich Aust)
- Josephine Wolf (Weinmanufaktur am Mariaberg)
- Wendel Alex Rost (Weingut Höflößnitz)
- Max Luis Lerche (Weingut Schloss Proschwitz)
- Salvina Danó und Thassilo Uhlig (Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth)
- Lotte Mann (die mit einem Notendurchschnitt von 1,44 auch Jahrgangsbeste ist) und Maximilian Streck (Weingut Schuh)
